Wacker Thun vs. HV Olten
Unser erstes Meisterschaftsspiel begann mit einem vielversprechenden Start. Wie gewohnt lag der Fokus auf unserer Deckung. Gegen Olten, die eher über starke Eins-gegen-eins-Spieler als über klassische Rückraum-Shooter verfügen, entschieden wir uns bewusst für eine 3:2:1-Formation. Damit wollten wir im Falle eines verlorenen Duells im Eins-gegen-eins schnell helfen können.
In der Praxis zeigte sich jedoch, dass die Oltner Zweier immer wieder in gute Abschlusspositionen kamen und häufig über aussen den Weg zum Tor fanden. Der Grund dafür war, dass die Unterstützung unserer Flügelspieler fehlte und Olten so ihre Stärken ausspielen konnte.
Im Angriff versuchten wir, mit Sperrenlösen und Kreuzbewegungen gegen die kompakte 6:0-Deckung von Olten Chancen zu kreieren. Teilweise funktionierte das gut und wir kamen zu klaren Torchancen. In entscheidenden Situationen fehlte jedoch oft der letzte Schritt in Richtung Tor, sodass wir nicht die nötige Durchschlagskraft entwickelten. Nach einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung gingen wir schliesslich mit einem knappen Rückstand von 13:15 in die Halbzeitpause.
In der Pause analysierten wir die erste Hälfte und kamen zum Schluss, dass Olten ihr Spiel fast ausschliesslich über die linke Angriffsseite aufbaute. Deshalb wollten wir unsere Verteidigung dort verdichten und stellten gleichzeitig auf eine 6:0-Deckung um, da Olten nun mit vier Rückraumspielern agierte.
Doch das verdichtete Verteidigen auf der linken Seite funktionierte direkt nach der Pause nicht wie geplant. So konnte Olten den Vorsprung schnell auf sechs Tore ausbauen. Erst nach unserem Time-out bekamen wir wieder mehr Stabilität in die Abwehr. Durch besseres Verschieben und eine bewusstere Querstellung in den Zweikämpfen gelang es uns, den Gegner stärker unter Druck zu setzen und ihren Spielfluss zu stören. Von diesem Zeitpunkt an hielten wir das Niveau bis zum Ende, konnten den Rückstand aber nicht mehr verkleinern.
Am Ende mussten wir uns mit 24:31 geschlagen geben. Trotz des Resultats nehmen wir viele wertvolle Erkenntnisse aus der Partie mit – sowohl positive Ansätze als auch konkrete Punkte, an denen wir arbeiten können. Besonders in der Abwehr haben wir gesehen, wie wichtig eine konsequente Unterstützung durch alle Positionen ist. Mit dieser Erfahrung blicken wir optimistisch auf unser nächstes Spiel: Am kommenden Samstag treffen wir auswärts auf Visp.
Text: Flurin Lüthi

