Wacker Thun trifft auswärts auf die Kadetten Schaffhausen

Auswärts gegen den Meister – Kadetten Schaffhausen gegen Wacker Thun

Mit dem Auswärtsspiel gegen die Kadetten Schaffhausen erwartet Wacker Thun die schwierigste Aufgabe im Schweizer Handball. Die Partie in der BBC-Arena bietet den Thunern jedoch die Möglichkeit unter Beweis zu stellen, dass der eingeschlagene Weg stimmt.

Die Tabelle der QHL nimmt Formen an. Vor einem breiten Mittelfeld können sich Pfadi Winterthur und der HC Kriens-Luzern (nach Verlustpunkten) ein wenig absetzen. Mit 13 Siegen aus 13 Spielen vornewegmarschierend: Die Kadetten Schaffhausen. Der Titelverteidiger ist auf Kurs – auch international, wo die Truppe von Cheftrainer Hrvoje Horvat aktuell im Rennen um einen Platz in der K.O.-Runde ist.

Die Organisation Kadetten Schaffhausen ist auf ein Ziel ausgelegt: Um Titel zu gewinnen. Und dies gelingt ganz ordentlich. Seit der Saison 2021/22 mussten die Schaffhauser den Meisterpokal nur zum Zweck der erneuten Übergabe an sie selbst aus der Vitrine der BBC-Arena holen. Kein anderes Team der QHL verfügt über die Breite im Kader, wie sie die Kadetten aufweisen. Trainer Horvat kann die Aufstellungen beinahe beliebig ändern und die Pace hochhalten, ohne merklich an Qualität einzubüssen. Wer sich beispielsweise im Rückraum zwischen Akteuren wie Maros, Pietrasik, Peric, Castro, Martinovic oder Küttel entscheiden darf, kann sich wohl lediglich über eines Beklagen: Die Qual der Wahl. Auch in dieser Saison ist der Titelverteidiger der Topfavorit auf die nationale Meisterschaft. Daran ändert auch der plötzliche Abgang des fünffachen Meistertorhüters Kristian Pilipovic nichts. Der Erfolgsgarant der letzten Jahre wechselte vor wenigen Wochen zu GRK Ohrid nach Nordmazedonien.

Kaderbreite hin, Favoritenrolle her: Wacker Thun wird am Samstag sicherlich nicht mit der weissen Fahne im Gepäck die lange Reise nach Schaffhausen unter die Räder nehmen. Nach dem vor allem defensiv bescheidenen Auftritt in der Pilatus-Arena, will das Team von Remo Badertscher und Slavko Corluka beweisen, dass es auch für Topteams ein unangenehmer Gegner sein kann. Im Vergleich zum Spiel gegen den HC Kriens Luzern müssen die Berner Oberländer im Zentrum der Defensive den Zugriff finden und den physisch starken Rückraum der Schaffhauser in unbequeme Abschlusspositionen zwingen. Es empfiehlt sich zudem, den Isländischen Topscorer Odinn Rikhardsson auf Rechtsaussen nicht zu sehr zur Entfaltung kommen zu lassen. Und sollten die Schaffhauser im Kopf noch bei der Niederlage in der European League gegen Nasice vom vergangenen Dienstag sein, oder gar schon vorausschauen auf die kommende Woche, wo in Leon eine weitere wegweisende Partie auf internationalem Parkett ansteht, müssen die Thuner mental bereit sein, dies auszunutzen. Dafür braucht es die Bereitschaft, an die eigenen Grenzen zu gehen. Tut man dies nicht, so wird es für Gästeteams in der Nordostschweiz oftmals zappenduster. Ist man aber gewillt, daran zu glauben und alles dafür zu tun, so ist in einem einzigen Spiel jeder Gegner schlagbar – sogar die Kadetten, sogar in ihrer Arena.

Kadetten Schaffhausen vs. Wacker Thun | Samstag, 22. November 2025 | 18.00 Uhr | BBC Arena, Schaffhausen | Red+ 

Text: Marc Winkler
Foto: Kenzo Christen