Wacker Thun verliert gegen den HC Kriens-Luzern

In der Lachenhalle empfing Wacker Thun zum ersten Heimspiel der Saison den HC Kriens-Luzern. Trotz einer kämpferischen und leidenschaftlichen Vorstellung reichte es am Ende nicht ganz – die favorisierten Innerschweizer setzten sich mit 30:34 durch. Für die Oberländer war es dennoch ein Abend mit positiven Erkenntnissen, insbesondere das gelungene Debüt von Neuzugang Nemanja Jović.

Die Gäste aus Kriens eröffneten die Partie, doch auch Wacker kam schnell in Fahrt. Debütant Nemanja Jović versuchte sich gleich bei seinem ersten Abschluss, scheiterte aber noch am stark aufgelegten Janis Scheidiger. Kurz darauf besorgte Jonathan Buck den Ausgleich, ehe Jović in der 5. Minute seinen ersten Treffer im Wacker-Dress zum 3:3 erzielte – ein emotionaler Moment für Spieler und Fans. Auf beiden Seiten prägten in dieser Phase die Torhüter das Geschehen: Marc „Wini“ Winkler knüpfte nahtlos an seine Galaform vom Sonntag an, während Scheidiger für Kriens mehrfach glänzend parierte. Dank Winklers Paraden und einer kompakten Abwehr hielt Wacker das Spiel offen und ging lediglich mit einem knappen 16:17-Rückstand in die Kabine.

Der Start in die zweite Halbzeit gehörte den Berner Oberländern: In der 33. Minute erzielte Wacker erstmals die Führung und spielte in dieser Phase mit viel Tempo, variablen Angriffen und hohem Einsatz. Ante Gadža übernahm die Regie, verwandelte die Siebenmeter eiskalt und setzte seine Nebenleute gekonnt in Szene. Immer wieder fand er Jonathan Buck, der mit seiner Dynamik im linken Rückraum kaum zu stoppen war. Auch Jović fügte sich gut ins Angriffsspiel ein und harmonierte besonders mit Buck – spektakulär der gemeinsam vorgetragene „Flieger“ zum 20:18, der die Halle zum Kochen brachte. Bis zur 50. Minute verteidigte Wacker die Führung, getragen von einer leidenschaftlichen Deckungsarbeit und einer stimmgewaltigen Lachenhalle.

Doch gegen Ende schlichen sich Unkonzentriertheiten ein: Technische Fehler und überhastete Abschlüsse luden Kriens-Luzern zum Gegenstoss ein. Die Gäste nutzten diese Phase gnadenlos aus, drehten die Partie und zogen bis zum Schlusspfiff auf 30:34 davon. Trotz der Niederlage zeigte Wacker erneut, dass es mit den Topteams der Liga mithalten kann – die Fans feierten ihre Mannschaft nach Abpfiff zurecht für den couragierten Auftritt.

Besonders hervorzuheben war einmal mehr Torhüter Marc Winkler, der mit einer Quote von 31 Prozent (14 Paraden bei 46 Würfen) zum Best Player gewählt wurde und seine Mannschaft lange im Spiel hielt. Spielmacher Ante Gadža führte klug Regie und erzielte 11 Treffer, darunter 6 von 7 Siebenmetern, während Jonathan Buck mit 7 Toren bei starker Quote von 70 Prozent zu den auffälligsten Feldspielern zählte. Auch Neuzugang Nemanja Jović hinterliess mit 4 Toren bei 9 Versuchen einen bleibenden Eindruck und deutete an, wie wertvoll er im Zusammenspiel mit Buck werden kann. Dazu zeigte Flavian Römer mit 4 Treffern bei 5 Würfen seine Abschlussstärke. Auf der Gegenseite überzeugten die Krienser Keeper Kevin Bonnefoi und Janis Scheidiger mit soliden Quoten, während Jérôme Müller sowie die jungen Kräfte Luca Sigrist und Valentin Wolfisberg wichtige Akzente setzten.

Wacker Thun präsentierte sich insgesamt als geschlossene Einheit, die mit viel Leidenschaft, taktischer Disziplin und mannschaftlicher Geschlossenheit auftrat. Auch wenn die Punkte an den Favoriten gingen, war die Leistung ein starkes Signal an die Konkurrenz. Die Lachenhalle bot dabei die gewohnt hitzige Atmosphäre – beste Werbung für den Handball im Berner Oberland.

Bereits am Samstag wartet die nächste Herausforderung: Um 18.00 Uhr trifft Wacker in der Saalsporthalle auf GC Amicitia Zürich.

Text: Tatjana Schwab
Foto: Kenzo Christen