Spannung bis zur letzten Sekunde: Wacker Thun und Pfadi Winterthur trennen sich Unentschieden

Ein verlorener oder ein gewonnener Punkt für die Equipe von Remo Badertscher? Eine viel diskutierte Frage gestern Abend in der Lachenhalle. Nach einem torreichen und intensiven Spiel in der Lachenhalle endete die Begegnung zwischen Wacker Thun und Pfadi Winterthur mit einem 36:36-Unentschieden (19:17). Über die volle Spielzeit boten beide Mannschaften ein wahres Spektakel – das Spiel hätte trotz der langen Führungsphase von Wacker Thun in den Schlussminuten auf beide Seiten kippen können. Obwohl direkt nach dem Abpfiff auf Thuner Seite etwas die Enttäuschung über einen gefühlt verlorenen Punkt überwog, gibt es viele positive Entwicklungen zu berichten.

Von Beginn an präsentierte sich Wacker Thun im Vergleich zum Saisonstart deutlich verbessert und machte es Pfadi schwer, ins Spiel zu finden. Besonders in der Abwehr arbeitete Wacker konsequent, während Pfadi Mühe hatte, seinen Rhythmus zu finden. Gleichzeitig zeigte Wacker offensiv eine herausragende Leistung. 36 Tore gegen die starke Abwehr von Pfadi zu erzielen, ist äußerst erwähnenswert. Besonders überzeugend war das Spiel über die Außenbahnen: Die Flügelzange Gruber/Kiener war kaum zu stoppen und erzielte gemeinsam 15 Treffer – und das bei einer beeindruckenden hundertprozentigen Wurfquote!

Wacker konnte sich in der ersten Halbzeit einen Vorsprung erarbeiten und ging mit einer knappen 19:17-Führung in die Pause.

Auch nach der Pause erwischte Wacker den besseren Start. Pfadi lief weiterhin einem Rückstand hinterher und konnte den Abstand lange nicht verkleinern. Drei schnelle Tore von Christian Rammel brachten Pfadi jedoch auf 26:27 heran, und plötzlich schien die Wende greifbar. Doch Wacker antwortete umgehend und stellte den Vorsprung auf 30:27 nach 45 Minuten wieder her.

Mit der Einwechslung von Flavio Wick im Tor brachte Wacker frischen Wind in die Defensive. Wick zeigte mehrere spektakuläre Paraden, die das Team in dieser wichtigen Phase des Spiels immer wieder in Führung hielten. Trotz der Umstellungen in der Pfadi-Defensive und einer roten Karte gegen Lukas Heer konnte Pfadi den Rückstand verkürzen, und Laurin Rinderknecht erzielte in der 52. Minute die erste Führung für Pfadi zum 32:31. Doch Wacker blieb ruhig und glich sofort aus. Nino Gruber, der mit acht Toren und einer beeindruckenden hundertprozentigen Wurfquote herausragte, brachte sein Team erneut in Führung.

Mit noch fünf Minuten auf der Uhr führte Wacker 36:34, doch Alec Smit verkürzte per Siebenmeter auf 35:36. Nervosität machte sich bei Wacker breit, und kurz vor dem Ende glich Pfadis Topscorer Tim Rellstab, der insgesamt neun Tore erzielte, zum 36:36 aus. Die letzten hektischen Sekunden änderten nichts mehr am Ergebnis, und so trennten sich die beiden Teams nach einem intensiven Spiel mit einem gerechten Unentschieden.

Das Team von Trainer Remo Badertscher zeigt sich auf dem wichtigen Weg und hat im Vergleich zum Saisonstart deutliche Fortschritte gemacht. Besonders erfreulich waren die Comebacks von Martin Kocich und Ivan Chernov, die dem Team zusätzlichen Rückhalt und Breite im Kader gaben.

Weiter geht es für Wacker Thun nach einem spielfreien Wochenende am Samstag, 2. November, mit einem Heimspiel gegen den HSC Kreuzlingen. Diese Partie wird von großer Bedeutung sein, und das Team benötigt die volle Unterstützung der gesamten Wacker-Familie – wir sehen uns in der Lachenhalle!

Text: Nicole Kaufmann
Foto: Romy Streit