Auswärts: HC Kriens-Luzern vs. Wacker Thun
Es geht weiter Schlag auf Schlag: Im dritten Saisonspiel vom Mittwoch, 2. September, trifft Wacker Thun in der Pilatus Arena auf den HC Kriens Luzern.
Am 30. Mai 2026 war es so weit: Der HC Kriens Luzern krönte sich mit einem 39:33 Auswärtssieg gegen die Kadetten Schaffhausen erstmals in der Vereinsgeschichte zum Schweizer Handballmeister. Der langjährige Ligadominator aus Schaffhausen hatte dem Innerschweizer Tempohandball wenig entgegenzusetzen. Ob es tatsächlich eine Wachablösung an der Spitze des Schweizer Handballs war, wird die Zukunft zeigen. Fest steht: Beim HCKL setzt man alles daran, den Platz an der Sonne halten zu können.
Bereits während der abgelaufenen Saison vermeldeten die Verantwortlichen einen namhaften Neuzugang nach dem anderen. Unter anderem wechselte Kristian Pilipovic, langjähriger Titelgarant für die Kadetten Schaffhausen, ebenso in die Innerschweiz, wie der Österreichische Nationalspieler Mykola Bilyk, welcher während 10 Jahren eine tragende Stütze beim Deutschen Rekordmeister THW Kiel war. Zudem ist der neue Chef an der Seitenlinie mit Andy Schmid ebenfalls kein gänzlich Unbekannter. Der beste Spieler in der Geschichte des Schweizer Handballs zieht in einem Doppelmandat sowohl beim HCKL als auch bei der A-Nationalmannschaft die Fäden. Im Weiteren verfügen die Luzerner mit der SG Pilatus über die beste Nachwuchsabteilung des Landes und können Jahr für Jahr junge Eigengewächse ins Fanionteam integrieren. All dies spricht eine deutliche Sprache: Der HC Kriens Luzern ist an die Spitze gekommen, um da zu bleiben. Mit zwei souveränen Siegen gegen Pfadi Winterthur und St. Otmar St. Gallen sind die Blauweissen standesgemäss in ihre erste Saison als Titelverteidiger gestartet.
Für Wacker Thun resultierten aus den ersten beiden Partien zwei Punkte. Dem Auftakterfolg gegen den RTV Basel folgte eine Niederlage bei den Kadetten Schaffhausen. Das 35:42 Endergebnis in der BBC Arena täuscht ein wenig über die Tatsache hinweg, dass die Thuner in vielerlei Hinsicht ein ordentliches Spiel ablieferten. Bis in die 38. Minute war Wacker mit den Kadetten auf Augenhöhe und die 35 geworfenen Tore zeugen von einer starken Offensive. Wenig erbaulich war jedoch dies, was die Berner Oberländer hinter der Mittellinie zeigten. Mal für Mal waren sie im Rückzug nicht ausreichend sortiert, zudem stand man im Deckungszentrum zu offen. Und mit ganzen 2 Torhüterparaden in 60 Minuten gewinnt man – um den langjährigen Thuner Assistenztrainer Dragan Dejanovic zu zitieren – nicht gegen Heiligenschwendi, und schon gar nicht in Schaffhausen. Derlei Unzulänglichkeiten werden von Teams von diesem Kaliber – zu welchem auch der kommende Gegner gehört – bestraft.
Das Spiel in Schaffhausen zeigte aber auch, dass Wacker durchaus in der Lage ist, den Topteams der Liga auf Augenhöhe zu begegnen. Das Team von Cheftrainer Carreno befindet sich auf einem Weg, auf dem es „obsi und nidsi“ gehen wird. Dies haben die ersten Spiele gezeigt. Das entscheidende ist, dass die Mannschaft aus den gemachten Fehlern lernt und Tag für Tag, Schritt für Schritt, gemeinsam vorangeht. Im Fokus steht die nachhaltige Entwicklung – und die braucht Zeit und Arbeit. Das Team brennt darauf, am Mittwoch in der Pilatus Arena unter Beweis zu stellen, dass der eingeschlagene Weg stimmt.
Text: Marc Winkler / Foto: Geschäftsstelle Wacker Thun

