Wacker Thun teilt sich Punkte mit dem BSV Bern

In einem spannenden Derby hat Wacker Thun dem BSV Bern ein 30:30-Unentschieden abgetrotzt. Nach einer schwierigen ersten Halbzeit und einem zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Rückstand zeigte Wacker Moral und verdiente sich den Punkt in der Schlussminute. Aufgrund vieler Verletzungen und kranker Spieler kamen Jan Stettler und Luc Stettler vom NLB-Team aus Steffisburg zum Einsatz.

Der Start ins Spiel verlief aus Wacker-Sicht alles andere als optimal. Die offensive Abwehr des BSV setzte die Gastgeber früh unter Druck und Torhüter Seravalli parierte gleich zwei Würfe von Jonathan Buck. Das frühe Timeout von Remo Badertscher in der siebten Minute beim Stand von 2:0 für den BSV zeigte nur bedingt Wirkung, zudem wurde das Heimteam durch eine rote Karte gegen Gabriel Felder in der 22. geschwächt. Zur Halbzeit lag Wacker Thun mit 12:18 zurück – eine desolate Leistung, die man nicht schönreden kann.

In der zweiten Halbzeit zeigte Wacker Thun eine Reaktion und einen veränderten Auftritt. Zwar schien Bern mit einem weiteren Penalty von Aellen und einem Tor von Kusio früh in Führung zu gehen. Doch nutzte Wacker Thun eine Reihe von Fehlern und Unsicherheiten der Stadtberner, darunter eine Zeitstrafe gegen Aellen, konsequent aus. Innert weniger Minuten zogen die Thuner auf 21:18 davon und verunsicherten die Gäste.

Trotz eines kleinen Zwischentiefs von Wacker Thun aufgrund technischer Fehler gab das Team von Remo Badertscher nicht auf. Angeführt von einer kämpferischen Abwehr und Paraden von Flavio Wick schmolz der Vorsprung der Berner Tor um Tor. In der Schlussphase war das Spiel völlig offen: Während die Stadtberner den Sack mehrmals hätten zu machen können, blieb Wacker entschlossen und abgeklärt. Der Ausgleichstreffer in der Schlussminute durch Nino Gruber krönte die Aufholjagd der Gastgeber und wurde in der gut besuchten Lachenhalle mit viel Applaus bedacht.

Dass sich Wacker Thun nach der desolaten ersten Halbzeit noch einmal so aufbäumte und am Ende noch einen Punkt holte, ist der Mannschaft auf jeden Fall hoch anzurechnen. Auch wenn die erste Halbzeit Anlass zur Analyse gibt, zeigt die zweite Halbzeit, dass mit Wacker in der Liga weiterhin zu rechnen ist.

Foto: Romy Streit
Text: Nicole Kaufmann