Wacker Thun verliert gegen den HSC Suhr Aarau

Am vergangenen Samstag wäre alles angerichtet gewesen für ein Thuner Handballfest: Der Auswärtssieg in Kreuzlingen und die Möglichkeit, einen entscheidenden Schritt Richtung Play-offs zu machen, lockten erneut über 1’000 Zuschauende in die Lachenhalle – genügend Rückendeckung hatte das Team von Remo Badertscher auf alle Fälle. Zu Gast war der HSC Suhr Aarau, gegen den Wacker Thun in dieser Saison eine ausgeglichene Bilanz hat. Das Team von Aleksandar Stevic musste ohne diverse Leistungsträger auskommen: es fehlten Captain Tim Aufdenblatten, daneben aber auch Marijan Maric, Dragan Marjanac, Gian Attenhofer, João Ferraz und Leonard Pejkovic – die ganz junge und wilde Mannschaft aus dem Aargau sollte aber Wacker Thun noch vor grosse Probleme stellen.

Die Gäste stellte Wacker Thun von Anfang an mit einer sehr agilen, offensiven Deckung vor grössere Probleme im Angriff. Obwohl das Heimteams sich taktisch auf diese Verteidigungsvariante vorbereitet hatte, musste die Mannschaft von Remo Badertscher extrem viel arbeiten, um zu einer guten Abschlusschance zu kommen. Und dann war da ja noch Nationalspieler Jannis Scheidiger, der die Thuner Würfe mal für mal entschärften konnte. Gerade von den Flügel-Positionen liess Wacker Thun ungewohnt viele Würfe liegen (10 Fehlwürfe). Die Thuner Defensive stand relativ solide, doch konnte der Rückraum-Spieler Jonas Kalt und Kreisläufer Joël Willecke zu wenig kontrolliert werden. Das Spiel verlief in der ersten Halbzeit relativ ausgeglichen, Aarau konnte sich jedoch einen Zwei-Tore-Vorsprung erarbeiten – zur Pausenbesprechung ging es beim Spielstand von 11:13.

Der Start nach der Pause misslang Wacker Thun: zu wenig Bewegung ohne Ball, viel zu viel Fehlwürfe und einige technische Fehler – nur sechs Minuten nach Wiederanpfiff sah sich Remo Badertscher beim Spielstand von 12:16 gezwungen, ein Team-Time-Out zu nehmen. Mit neuen Instruktionen vermochte Wacker Thun, den Rückstand wieder zu verkleinern, Ivan Chernov netzte zum 20:20-Ausgleich ein, wenig später reüssierte Leon Lüthi spektakulär zur 21:20-Führung in der 48. Minute. Die Halle glaubte wieder daran, heute die beiden wichtigen Punkte in Thun behalten zu können! Aufgrund eines technischen Fehlers von Flavian Römer und eines Fehlwurfs von Gabriel Felder konnte das Heimteam jedoch die Chance auf einen Vorsprung nicht nutzen. Den letzten Thuner Treffer erzielte Ivan Chernov in der 53. Spielminute, danach gelang dem Heimteam keinen einzigen Treffer mehr, die Gäste erzielten jedoch noch deren vier – was in einer schlussendlich klaren Niederlage über 23:27 endete.

Zurück bleibt die bittere Erkenntnis, dass mit einer so miserablen Wurfquote keine Punkte gewonnen werden können – jedoch auf der anderen Seite die Hoffnung, dass mit einer besseren Quote viel möglich gewesen wäre. Mit der Heimniederlage hat es Wacker Thun verpasst, sich wohl entscheidend von Kreuzlingen abzusetzen, das bei GC chancenlos blieb (21:32).

Weiter geht’s für die QHL-Mannschaft mit dem Cup-Halbfinal gegen die Kadetten Schaffhausen.

Text: Nicole Kaufmann
Foto: Romy Streit