Playoffstart am Donnerstag in der Mobiliar Arena Gümligen

BSV Bern gegen Wacker Thun – diese besondere Affiche hat in der Vergangenheit einige denkwürdige Sportmomente hervorgebracht. Ab dem kommenden Donnerstag wird der Geschichte des Duells der Kantonsrivalen ein weiteres Kapitel hinzugefügt.

Berner Derbys gehören zu den Highlights jeder Saison, für die Playoffs gilt dies ebenso. Wenn nun ein Derby auf eine Playoffbegegnung fällt, so ist dies an Spannung und Emotionalität kaum zu überbieten. Erst recht, wenn ein Duell auf Augenhöhe erwartet werden darf. Nach je 27 gespielten Partien punktgleich und nur durch das Torverhältnis getrennt, lieferten sich die beiden Teams bereits in der Qualifikation ein Kopf-an-Kopf-Rennen. In den bisherigen Duellen setzte sich jeweils das Heimteam durch. Wer nun die Stadtberner, welche sich mit dem 4. Rang nach der Qualifikation das Heimrecht sichern konnten, in der Favoritenrolle sieht, liegt damit wohl nicht gänzlich falsch. Diese Rollenverteilung wird den Teams jedoch ziemlich egal sein. Derbys haben ihre eigenen Gesetze und die elektrisierende Stimmung im Hexenkessel der Mobiliar Arena kann Heim- und Gästeteam in gleichem Masse beflügeln.

Das Team aus dem Oberland wird mit einer Mischung aus Respekt und gesundem Selbstvertrauen nach Gümligen reisen. Man weiss um die Qualität, die auf die Truppe von Cheftrainer Badertscher zukommt. Nach den Ligaprimussen Schaffhausen und Kriens wirft der BSV die meisten Tore der Liga. Nicht wenige dieser Tore werden mittels schnellem Umschaltspiel erzielt. In dieser Disziplin mischt der BSV landesweit ganz vorne mit. Das Team von David Staudenmann und Thomas Sedioli nur auf die Konterqualitäten zu reduzieren, wäre freilich weit zu kurz gegriffen. Im Angriff verfügen die Berner über viel Variabilität: Spielmacher Nico Eggimann besticht mit Wendigkeit, Spielgeschick und Würfen aus der Mitteldistanz; Michael Kusio bringt im rechten Rückraum enorme physische Durchschlagskraft mit; auf den Aussenpositionen kann sich der BSV auf sichere Schützen verlassen. Mit Samuel Weingartner, Lucas Rohr und Hannes Nyström haben die Berner zudem im defensiven Innenblock einiges an Wasserverdrängung vorzuweisen.

Ein Schlüssel, um den BSV zu knacken, wird für Wacker Thun darin liegen, die Fehlerquote im Angriff tief zu halten und damit das Tempospiel der Hausherren einzudämmen. Im Positionsspiel können sich die Oberländer ihrerseits auf eine robuste Deckung und einen durchschlagskräftigen Angriff verlassen. In einem Duell auf Messers Schneide werden jedoch auch die Tagesform sowie das ominöse Quäntchen Wettkampfglück eine Rolle spielen können. Dies gilt es für die Thuner auf ihre Seite zu ziehen – mit bedingungsloser Leidenschaft in jeder einzelnen Sekunde. Dabei wird der «Grüne Sektor» in der Mobiliar Arena ein wichtiger Faktor sein. Gerade in schwierigen Spielphasen – und solche wird das Team unweigerlich durchstehen müssen – hat die Unterstützung von den Rängen den Oberländern schon so oft zurück in die Spur geholfen. Das Team zählt auch am Donnerstag auf die Energie der Fans in Grün.

Es ist also angerichtet. Das sind die Spiele, für die die Teams ein Jahr lang gearbeitet haben. Spiele, die nicht einfach «einige von vielen» sind. Es sind Spiele, von denen etwas bleibt – Spiele, in denen es keinen Platz für Zweifel gibt. Es geht darum, bereit zu sein und diesen besonderen Moment zu ergreifen – gemeinsam für Wacker Thun.

Darum: Alli id Mobiliar Arena – alli für Thun!


BSV Bern vs. Wacker Thun | Donnerstag, 9. April 2026 | 19.15 Uhr | Gümligen Mobiliar Arena | Red+


Text: Marc Winkler
Foto: Kjetil Waber