Die 1. Liga muss sich erneut geschlagen geben

Unser erstes Auswärtsspiel gegen den KTV Visp verlief leider nicht wie erhofft. Vor der Partie hatten wir uns vorgenommen, Visp unser Spiel aufzuzwingen – das Tempo zu bestimmen, ihre erste Welle zu unterbinden und sie so aus dem Rhythmus zu bringen. Genau das gelang uns nicht: Schon in den Anfangsminuten kam Visp immer wieder ins Tempospiel, und wir fanden keinen Zugriff.

Im Angriff standen wir einer aggressiven 3:3-Deckung gegenüber, mit der wir grosse Mühe hatten. Häufig bewegte sich nur ein Spieler, wodurch keine klaren Anspielstationen entstanden. Die Folge waren zahlreiche technische Fehler, die Visp gnadenlos bestrafte. Bereits nach wenigen Minuten lagen wir mit vier Toren zurück, was unseren Trainer zum ersten Time-out zwang. Zunächst brachte das jedoch keine Besserung – Visp zog bis auf acht Tore davon, da die nötige Bewegung in unserem Spiel weiterhin fehlte. Zeitweise setzten wir deshalb auf den siebten Feldspieler, was die Visper Deckung zumindest zu einer defensiveren Ausrichtung zwang.

In der Abwehr versuchten wir es – wie schon im letzten Spiel – mit einer 3:2:1-Formation. Doch auch hier hatten wir Probleme: Zu viele Abschlüsse kamen durch die Mitte, weil wir zwar am Gegenspieler dran waren, aber oft frontal standen und den Wurfarm nicht konsequent kontrollierten. Zudem halfen wir zu selten in der Mitte, sodass wir das vereinbarte „Verdichten“ nicht konsequent umsetzten und die Flügel nicht wie geplant werfen lassen konnten. Mit einem deutlichen Rückstand von elf Toren (24:13) gingen wir in die Pause.

Auch die zweite Halbzeit begann ungünstig: Visp legte sofort mit einem 4:0-Lauf nach, während wir erneut durch technische Fehler und Fehlwürfe auffielen. Im Angriff spielten wir nun mit vier Rückraumspielern, da unser Kreisläufer aufgrund einer Daumenverletzung nicht wie gewohnt eingesetzt werden konnte. Mit mehr Bewegung Richtung Tor erspielten wir uns in dieser Phase einige Chancen, scheiterten jedoch immer wieder am stark aufgelegten Torhüter der Visper, den wir zu oft direkt anschossen.

Defensiv probierten wir nach der Pause weitere Anpassungen: Phasenweise stellten wir auf eine 6:0-Deckung um, wenn Visp mit vier Rückraumspielern agierte. Dennoch war die zweite Halbzeit von zahlreichen Zeitstrafen geprägt, vor allem gegen unsere Flügelspieler. Diese wurden für späte Verschiebungen und Zusammenstösse mit den Aussenspielern wiederholt bestraft – Entscheidungen, die allerdings nicht auf beiden Seiten konsequent gepfiffen wurden.

Trotz der klaren Niederlage und der Tatsache, dass wir nur mit einem schmalen Kader anreisen konnten, gaben wir uns zu keinem Zeitpunkt auf. Wir versuchten bis zum Schlusspfiff weiter auf das Tor zu ziehen und kämpften um jeden Angriff. Am Ende stand zwar ein deutliches 41:22 auf der Anzeigetafel, doch wir nehmen die Partie als wichtigen Lernschritt mit und wissen, an welchen Stellschrauben wir für die kommenden Spiele drehen müssen.

Text: Flurin Lüthi