Auswärtsspiel gegen den HS Biel Bienne

Vor dem Spiel besprachen wir, was wir im Vergleich zu den letzten Partien verbessern wollten. In der Deckung sollte endlich mehr Härte und Entschlossenheit zu sehen sein – schliesslich sind wir die Mannschaft mit den wenigsten Strafen in der Liga. Zudem wollten wir uns in der Abwehr besser bewegen, Zweikämpfe aktiver annehmen und einander konsequenter helfen. Zu oft waren wir bisher nur auf den eigenen Gegenspieler fixiert, anstatt als geschlossenes Team solidarisch zu verteidigen.

Wir starteten mit einer 3:2:1-Formation in die Partie. Anfangs war das Spiel ausgeglichen, und unser Torhüter konnte gleich mit mehreren starken Paraden glänzen. Nach rund zehn Minuten kippte das Spiel jedoch zu unseren Ungunsten. Die Bewegung in der Deckung nahm ab, und wenn jemand ein Eins-gegen-Eins-Duell verlor, kam meist keine oder nur ungenügende Hilfe. Der Gegner kam dadurch immer wieder zu guten Wurfpositionen. Hinzu kamen einige einfache Gegentore aus dem schnellen Gegenstoss, da unser Rückzug zu langsam war. Bemerkenswert: In der gesamten ersten Halbzeit kassierten wir keine einzige Strafe – nicht einmal eine gelbe Karte. Das unterstreicht, dass wir zu wenig körperlich verteidigten.

Leider taten wir uns auch im Angriff schwer. Biel stand grundsätzlich defensiv, doch ihre Zweierverteidiger verteidigten offensiv und stellten viele unserer Passwege zu. Uns fehlten genügend Bewegung und Ideen im Spielaufbau. Zudem war unsere Wurfquote erneut ungenügend – insbesondere von den Flügelpositionen müssen künftig mehr Tore gelingen. Mit 20 Gegentoren zur Pause war klar: So können wir kein Spiel gewinnen. Wir erzielten selber lediglich 13 Treffer und lagen entsprechend deutlich im Hintertreffen.

So wollten wir nicht weiter machen und nach der Pause etwas verändern. Wir nahmen uns vor die angestrebte Körperlichkeit und gegenseitige Unterstützung in der Deckung endlich umzusetzen. Im Handball ist alles möglich – und wir wollten das Spiel noch nicht ganz aufgeben. Nach dem Seitenwechsel stellten wir auf eine 6:0-Deckung um und traten deutlich aggressiver auf. Biel tat sich plötzlich schwer, zu klaren Chancen zu kommen. Auch im Angriff spielten wir konstanter, mit mehr Ruhe und Selbstvertrauen. Wenn man hinten sicher steht, kann man sich vorne auch einmal einen Fehler erlauben. So fanden wir endlich zu unserem Spiel und konnten Tor um Tor aufholen.

Obwohl wir die zweite Halbzeit gewannen und bis auf vier Tore herankamen, reichte es am Ende nicht mehr, das Spiel zu drehen. Wir unterlagen mit 34:30 – ein Ergebnis, das erneut zeigt, woran es bei uns hapert: spielerisch sind wir stark, doch wir schaffen es zu selten, unsere Leistung über die vollen 60 Minuten konstant abzurufen.

Nun gilt es, den Schwung aus der zweiten Halbzeit mitzunehmen. Am kommenden Samstag, dem 8. November, treffen wir auswärts auf Lausanne. Nach der knappen Hinspiel-Niederlage mit nur einem Tor haben wir dort noch eine Rechnung offen – und wollen endlich die ersten beiden Punkte einfahren.

Text: Flurin Lüthi
Foto: Kenzo Christen