NLA: Kriens war zu schwach
Ohne die Leistungsträger Luca Linder und Borna Franic hat Wacker Thun gegen Kriens-Luzern gespielt – und 30:22 gewonnen. Martin Rubins Team brillierte vorab in der Deckung.
Wacker Thun ist ein anpassungsfähiger Gastgeber. Innert weniger Tage änderten die Berner Oberländer ihr System komplett. Hatte am Wochenende, als in der Lachenhalle um den Einzug in den Challenge-Cup-Viertelfinal gespielt wurde, die Taktik noch vorgesehen, mit maximalem Tempo anzugreifen, trat Martin Rubins Team gestern konservativ auf; unbedacht schloss der Zweitplatzierte gegen Kriens nie ab.
Wacker hatte auf das neue Gegenüber reagiert, das furioses Stürmen bestraft hätte. Die Thuner waren indes auch gezwungen, Änderungen vorzunehmen: Mit Borna Franic und Luca Linder fehlten Leistungsträger. Der Kroate hatte Fieber, der Schweizer Rückenschmerzen aus dem Training. Der 23-Jährige sagte: «Es ist ärgerlich, nicht spielen zu können, wenn man einen Lauf hat.» Linder präsentierte sich seit Winterbeginn in überragender Verfassung. Der Flügel geht nicht davon aus, länger pausieren zu müssen. «Ich denke, nächste Woche kann ich ins Training zurückkehren.»
Die Absenz zweier verlässlicher Schützen kompensierte Wacker mit brillantem Defensivverhalten. Die Oberländer besannen sich alter Stärken und kassierten – wie letztmals zu Saisonbeginn – sehr wenig Tore. Nach 13 Minuten führte Wacker 8:2, in der 27.Minute lautete das Skore 15:7. Den Thunern gelang damit erneut, was sie sich vorgenommen hatten. Kreisläufer Reto Friedli sagte: «Wir wollten das Spiel in der Deckung gewinnen. Serbiens Nationalmannschaft wurde damit Vizeeuropameister, ohne vorne wahnsinnig stark gewesen zu sein.» Vermisst wurden Linder und Franic dennoch. Die Oberländer offenbarten Defizite vom 7-Meter-Punkt – in der Startphase scheiterten sie bei Strafwürfen gleich dreimal. Erst mit der Hereinnahme Simon Getzmanns war Rubins Team auch darin gut.
Kriens distanziert
Die Treffer des 20-Jährigen waren auch vonnöten. Kriens hatte davor einiges an Terrain wettgemacht. Wacker, das mal mit einem 9-Tore-Vorsprung vorn gelegen war, drohte eine unangenehme Schlussphase, schliesslich führte der Gastgeber nach 44 Minuten bloss noch 19:15. Kriens sollte es aber nicht gelingen, Wacker stärker unter Druck zu setzen. Die Thuner distanzierten die Innerschweizer erneut. Sie siegten 30:22, wodurch sie Kriens auch in der Tabelle entrückt sind. Friedli sagte: «Das ist riesig! Zuletzt haben wir nicht so gut gespielt. Wir wussten, eine Steigerung muss her.» Wacker konnte gar verbergen, innerhalb von sieben Tagen zum vierten Mal gespielt zu haben. Geglänzt haben Keeper Andreas Merz, der, begünstigt durch die ausgezeichnete Deckung, vieles parierte, und die Aufbauer Lukas von Deschwanden und Jakub Szymanski. Wohl leicht verletzt hat sich Zuzug Nikola Isailovic, der auf den Rücken fiel.
Heute geniessen die Spieler einen freien Tag, bevor sie sich auf die letzten beiden Partien der Qualifikation vorbereiten werden. Am Donnerstag, 23.Februar, werden die Oberländer in Schaffhausen gastieren. Friedli sagt: «Gegen die haben wir nichts zu verlieren.» Und dort wird sich zeigen, wie flexibel Wacker als Besucher ist.
Wacker Thun - Kriens-Luzern 30:22 (15:9)
Lachenhalle. - 720 Zuschauer. - SR Bernet/Wick. - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Wacker Thun, 7mal 2 Minuten plus Disqualifikation Beljanski (52.) gegen Kriens-Luzern.
Wacker Thun: Merz; Dähler, Isailovic (2), Philipp Buri (3), Caspar (2), Friedli (2), Von Deschwanden (5), Silvan Hess, Rathgeb, Szymanski (7), Studer, Getzmann (5/3), Sandro Badertscher (4/1).
Kriens-Luzern: Schelbert (46. Aleksejew); Willisch, Hedin, Schmid (1), Baverud (7), Steiger (1), Raemy (3), Nyffenegger, Sven Hess (4), Stankovic (3/2), Beljanski (3), Lengacher.
Bemerkungen: Wacker ohne Franic (krank), Luca Linder (verletzt). - 17. Nyffenegger mit Fussverletzung ausgeschieden. - Verschossene Penaltys: 3:0.
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