Antworten zur Causa Isailovic
Die kurzfristige Verpflichtung von Nikola Isailovic hat Fragen aufgeworfen und Kritik ausgelöst. Foto: Christian Pfander Trotz finanziell angespannter Lage, Verzichtserklärung bezüglich Linkshänder, Sonderleistungen mit doppelten Sponsorenbeiträgen und ungesicherten Lohnzahlungen für den 12. Monat der Saison hat Sportchef Thomas Fahrni den Rückraumspieler Nikola Isailovic verpflichtet. Das wirft zu Recht Fragen auf, die an dieser Stelle beantwortet werden müssen.
Zeitpunkt der Kommunikation
Es kann durchaus als unglücklich betrachtet werden, dass die Mitglieder von Wacker Thun einen Tag vor dem Sponsorenlauf aus der Presse, bzw. Homepage entnehmen durften, dass der Verein einen Rückraumspieler verpflichtet hat. Da die Mitglieder nicht alle Hintergrundinformationen zur Verfügung hatten, ist den Vorwürfen mit grossem Verständnis zu begegnen. Es gibt immer mehrere Möglichkeiten einen Zeitpunkt zu wählen. Auch kurz nach dem Sponsorenlauf wäre diese Mitteilung einigen Mitgliedern sauer aufgestossen. Im Sinne der Transparenz, aber auch der Glaubwürdigkeit, muss jedoch informiert werden, wenn ein Spieler sich über einen längeren Zeitraum in unseren Hallen aufhält, mittrainiert und sogar an einem Turnier (Valiant Cup) teilnimmt. Im Wissen, dass bei der Vorgehensweise keine an der Hauptversammlung besprochenen Einspar- und Sondermassnahmen tangiert werden, konnte aber mit gutem Gewissen gehandelt werden.
Vorgeschichte und finanzielle Belastung für den Verein
Dem serbischen Spieler Nikola Isailovic, bei Pays Aix Université (2. Division) bis Ende Saison 11/12 unter Vertrag, wurde nach einem Trainerwechsel in Aussicht gestellt, dass er zu keinen Spieleinsätzen mehr kommen werde. Die finanzielle Absicherung bis Ende der Saison bleibt gewährleistet. Diese Ausgangslage wurde vom Spieler, wie auch vom Präsidenten des Vereins unserem Sportchef dargelegt. Der Spieler ist also auf der Suche nach einem Verein, wo er möglichst viele Spieleinsätze erhalten kann, ohne dafür Lohnforderungen zu stellen.
Klar: will man sich für den Erhalt eines neuen Vertrages empfehlen, dann muss man spielen!
Seine Suche hat bei der Konsultation der Homepage von Wacker Thun (2.Rang) und Kontaktaufnahme mit der 1. Mannschaft ein Ende gefunden. Nach einer vereinbarten Trainingswoche inkl. Teilnahme am Valiant Cup wurde dem Spieler aufgrund seiner gezeigten Leistungen und nach Absprache der Trainer und Spieler der 1.Mannschaft die Aufnahme ins Team bestätigt. Es galt dabei abzuwägen, ob dieser Spieler das Team für den Rest der Saison wirklich unterstützen oder nur Unruhe auslösen wird.
Wacker Thun hat Nikola Isailovic diese Möglichkeit geboten und die Win-Win-Situation genutzt. Es wurde also eine vertragslose Zusammenarbeit beschlossen. Dass trotzdem Arbeitsverträge abgeschlossen werden mussten, hatte rechtliche und versicherungstechnische Gründe (Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung). Dem Spieler wird also in Thun eine Plattform geboten, welche für den Verein kostenneutral ausfällt.
Schlussbemerkung und Zukunft
Nach all diesen Informationen darf wohl behauptet werden, dass Wacker nur durch Zufall oder eben Glück doch noch einen Rückraumspieler gefunden hat, den der Verein aus finanzieller Sicht gar nicht mehr gesucht hatte! Sämtliche Bewilligungen und Lizenzen sind übrigens eingetroffen – wir haben einen neuen Spieler mit der Nummer 7.
Nikola Isailovic wird sich bei anderen Vereinen um einen neuen Spielervertrag für die nächsten Jahre bewerben. Er wird sein Dossier sicher auch bei Wacker Thun präsentieren. Wir werden uns bei der Suche für den Ersatz von Jakub Szymanski auf einen rechten Rückraumspieler konzentrieren und uns für einen Bewerber entscheiden müssen. Dabei wird die finanzielle Situation im Verein selbstverständlich berücksichtigt.
Mit sportfreundlichem Gruss
Thomas Fahrni
Teammanager 1. Mannschaft






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