Drü: Mit Wohlfühlmodus
Vor noch nicht einmal zwei Monaten hatten wir in der Lachenhalle unseren heutigen Gegner BSV Aarberg souverän und klar mit 19:11 geschlagen. Einige Spieler des BSV Aarberg hatten damals zum Ausdruck gebracht, dass ihre Niederlage einzig auf die Tatsache zurückzuführen sei, dass sie es nicht gewohnt sind, mit Harz zu spielen. In der Rückrunde würden sie Revanche nehmen, da wir ohne Harz würden spielen müssen. Nun, am Samstag fand das Rückrundenspiel in Lyss statt und die Rechnung der Aarberger ging mindestens bezüglich Harzgebrauch nicht auf. Wir spielten nämlich auch gestern mit Haftmittel, also müsste der Fall für uns eigentlich klar gewesen sein. Aber weit gefehlt, wir hatten nicht den Hauch einer Chance und verloren klar und verdient mit 24:18.
Man kann nun viele Gründe für unsere Niederlage suchen. Klar hatten wir mindestens 8 Pfosten- und Lattenschüsse zu beklagen. Klar versiebten wir insbesondere von den Flügelpositionen wieder viel zu viele Chancen. Klar hatten wir Mühe, weil Aarberg mich auf Rückraum Mitte während 45 Minuten mit einer Manndeckung „beglückten“ (was uns aber eigentlich eine Vielzahl von guten Chancen eröffnete). Klar waren wir mit unserem Kader am Samstag handicapiert, insbesondere auf den Rückraumpositionen. Aber alle diese Punkte als Begründung für unsere Niederlage heranzuziehen wäre meines Erachtens völlig verfehlt und würde unser eigentliches Problem kaschieren. Die Begründung für diese ärgerliche und völlig unnötige Niederlage ist nämlich ganz simpel und einfach eruierbar. Wir haben dieses Spiel in der Verteidigung verloren.
Während über Jahre die Verteidigungsarbeit unsere Stärke gewesen ist, hat sich bereits in den letzen Spielen ein „Niedergang“ unserer einstigen Stärke abgezeichnet. Im letzten Spiel gegen Emme 2 war unsere Verteidigung bereits sehr schwach und nur dank der Schwäche unseres damaligen Gegners hatte dies auf den Spielausgang keinen Einfluss. Was wir aber nun gegen den BSV Aarberg in der Verteidigung abgeliefert haben, spottet jeder Beschreibung. Mit Ausnahme eines einzigen Spielers war keiner bereit, wirklich zu verteidigen. Unser wiederum sackstarker Torhüter Lützu war nur noch zu bedauern. Er wehrte sich mit Macht und super Paraden gegen die Niederlage und wurde von seiner „Nicht-Verteidigung“ sträflich im Stich gelassen.
Das Wort „Verteidigung“ oder „Abwehr“ beinhaltet Attribute wie abwehren, sich wehren, kämpfen, entgegenhalten, bereit sein Schmerzen einzustecken, blaue Flecken riskieren, und, und, und…., All das haben wir über Jahre gemacht und dank dem konnten wir nach jedem Spiel zumindest stolz sein, gefightet zu haben. Zurückblickend auf die letzten Wochen ist (fast) nichts mehr davon übrig geblieben. Keinem einzigen Spieler hat am Samstag nach dem Spiel irgendetwas weh getan, zumindest nicht vom verteidigen. Wir stehen z. Zt. nur noch im Wohlfühlmodus in der Abwehr. Den Ausdruck „Verteidigung“ dürfen wir eigentlich gar nicht mehr verwenden, denn wir stehen im Moment eigentlich nur noch dort, weil es die Regeln so wollen.
Harte Worte, ich weiss, aber meines Erachtens trifft dies leider haargenau genauso zu. Wenn wir nicht sehr rasch wieder zu unseren kämpferischen Tugenden zurückfinden, und dies fängt zweifellos im Training an, dann werden wir zukünftig noch viele Spiele, die wir eigentlich gewinnen könnten, verlieren. Und wie hat es am Samstag einer meiner Spieler treffend festgestellt? Wenn man als Mannschaft nach einem Spiel nicht zumindest sagen kann, dass man bis ans Limit gefightet hat, dann „fägts überhoupt nid“. Dem habe ich nichts mehr beizufügen.





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