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DRÜ: Unnötiges Zittern

Geschrieben von Rüedu Badertscher.

symbolbild2An diesem Wochenende stand schon wieder ein Sonntagsspiel an und schon wieder gegen einen Haufen junger Wilder und schon wieder (ja das dritte schon wieder) ein Sieg mit einem Tor Differenz (18:17). Es soll bereits gewisse Spieler geben die meinen, dass wir nur noch Sonntagsspiele austragen sollten, denn an Sonntagen sind wir bisher ungeschlagen (gäu Jöchu).

Ich hatte mich im Vorfeld dieser Partie gegen die neu gemeldete Mannschaft von Uni Bern Handball versucht schlau zu machen, was die Spieler von Uni Bern können und was nicht. Ich bekam von einem „Spion“ ziemlich klare Aussagen, welche sich denn auch tatsächlich bewahrheiten sollten. So waren wir zumindest theoretisch gut vorbereitet. Nur ist das im DRÜ so eine Sache mit der Theorie, die dann in die Praxis umgesetzt werden sollte. Dies gelingt uns trotz der (wieder theoretisch) im Überfluss vorhandenen Routine viel zu oft nicht. Vielleicht liegt das ja auch an der Kompetenz des Trainers, der seine Botschaft nicht immer hinüberbringen kann. An der Lautstärke seiner Stimme kann es nämlich sicher nicht liegen.

Wir starteten gut, um nicht zu sagen zu gut, in diese Partie. Schnell lagen wir 3:0 voraus, was uns wohl nicht sonderlich gut bekam. Denn ab diesem Zeitpunkt wurde es bis ganz zum Schluss ein sehr spannendes (zu spannendes) und knappes Spiel. Zu allem Überfluss „beglückten“ mich die Jungs (im wahrsten Sinn des Worts) von Uni Bern ab der 15 Minute der 1. Halbzeit mit einer Manndeckung, so dass mein Aktionsradius ab da massiv eingeschränkt war. Ich war mir auch nach dem Spiel noch nicht sicher, ob ich mich darüber ärgern sollte oder ob ich als wohl einziger Grossvater auf diesem Spielfeld doch ein ganz klein wenig stolz sein sollte. Wie dem auch sei, eigentlich hätte sich unserer Gegner mit dieser Massnahme selber geschlagen. Dadurch ergaben sich nämlich riesige Löcher in der Verteidigung von Uni Bern und weil der Mitte-Deckungsspieler auch permanent nur an unseren Kreisläufern klebte, hatten unsere Flügelspieler ausnahmsweise einmal ein Herrenleben.

Nur eben, ich habe soeben das Wort hätte verwendet. Hätte nämlich deshalb, weil wir in diesem Spiel, nebst wiederum viel zu vielen technischen Fehlern, sagenhafte 11 Abschlüsse von den Flügelpositio-nen versiebten (notabene aus guten Wurf-Winkeln). Der Torhüter von Uni Bern wollte und wollte kein Loch im Körper bekommen, damit dieser Scheissball endlich durch ihn hindurch ins Tor gegangen wäre.

Durch diverse taktische Änderungen brachten wir es aber trotz allem soweit, dass wir eine gute Minute vor Schluss mit zwei Toren scheinbar sicher in Führung lagen (ja, durch ein Flügeltor). Allerdings wollten meine Jungs oder wenigstens einige davon wohl ihren Trainer noch so richtig leiden sehen. Nachdem wir 30 Sekunden vor Schluss den Anschlusstreffer hinnehmen mussten, was eigentlich überhaupt nicht schlimm war, überschlugen sich die Ereignisse. Anstatt dass wir die verbleibenden 30 Sekunden cool herunter gespielt und immer wieder das Foul gesucht hätten, schlossen wir doch tatsächlich 10 Sekunden vor Schluss völlig unnötigerweise ab. Natürlich ohne Erfolge bzw. mit der Konsequenz, dass Uni Bern noch zu einem letzten Angriff kam. Und da schlimme Dinge selten alleine kommen, verursachten wir, auch wieder völlig unnötigerweise, an ihrem Flügelspieler, der aus einem quasi Null-Winkel verzweifelt den Abschluss suchen musste, 2 Sekunden vor Schluss einen Penalty. Für mich, der ich längst im Sauerstoff-Notstand war, brach eine kleine Welt zusammen.

Rechter Pfosten des Tores stadtseitig in der Lachenhalle, ich liebe dich. Du hast diesen Penalty am Ende des Spiels souverän abgewehrt. Oder hat ihn doch etwa Lützu mit seinen magischen Kräften an den Pfosten dirigiert? Wie dem auch sei, es war auf alle Fälle (unnötig) spannend und wir konnten uns nach dem Spiel nicht nur an unserem zweiten Sieg en Suite freuen, sondern auch am gespendeten Super-Bock Bier. Dafür unseren Kollegen von den Superböcken ein ganz herzliches Dankeschön!

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