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DRÜ: Erster Saisonsieg

Geschrieben von Rüedu Badertscher.

symbolbild2Im Sonntags-Auswärtsspiel gegen HB Emme 2 sprach lange Zeit alles gegen uns. Zuerst brachten sie es in Burgdorf tatsächlich fertig, für die Gastmannschaft keine Garderobe zur Verfügung zu haben. Garderoben hätte es zwar in genügender Anzahl gehabt, aber die waren fast alle abgeschlossen und Schlüssel zu den Garderoben hatte niemand. Als nächstes mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass an diesem Tag in Burgdorf absolutes Harzverbot herrschte und zu guter Letzt mussten wir noch mit einem Ball spielen, welcher diese Bezeichnung nicht annähernd verdient hat. Nun, mit Ausnahme der Garderobenproblematik waren die Voraussetzungen für beide Mannschaften identisch. Allerdings merkte man sehr rasch und während langer Zeit, dass unser Gegner deutlich weniger Probleme hatte mit dem Ball und ohne Harz.

In den ersten 15 Minuten der ersten Halbzeit machten wir so ziemlich alles falsch was man falsch machen kann (gäbe mir mau dr Ball tschuld, ou wes überhoupt nid stimmt). Deshalb legen wir nach 15 Minuten auch verdientermassen 5:1 zurück. Erst nach dem Team-Timeout fanden wir in der Abwehr allmählich zu unserer normalen Leistung, aber im Angriff lief immer noch sehr wenig. Das Pausenresultat von 9:5 für HB Emme 2 war ernüchternd, aber Realität. In der Pausenansprache versuchte ich deshalb mit gezielten Ansagen dafür zu sorgen, dass wir in der 2. Halbzeit vor allem im Angriff, aber auch in der Abwehr effizienter auftreten würden. Ich forderte, dass wir in der zweiten Halbzeit noch maximal 5 Tore erhalten dürfen und wenn wir dies schaffen würden prophezeite ich, dass wir den Halbzeitrückstand noch aufholen würden und die Entscheidung dieses Spiels in der letzten Spielminute fallen würde.

Da ich leider (oder zum Glück) nicht in die Köpfe meiner Mitspieler sehen kann, wird es mir für immer verborgen bleiben, wie viele meiner Mannschaft meinen Worten Glauben schenkten. Es spielt auch keine Rolle, denn bewirkt haben meine Worte offensichtlich etwas. Unsere Verteidigung stand plötzlich viel besser und packte auch rechtzeitig zu, auf jeden Fall meistens. Somit hatten die jungen Wilden von HB Emme 2 zunehmend mehr Mühe, ihre Tore zu werfen. Und so kam es haargenau, wie ich es vorausgesagt hatte. Wir haben bis zum Schlusspfiff nur noch 5 Tore entgegen nehmen müssen und im Angriff gelangen uns plötzlich auch einige schöne Aktionen, die zu Torerfolgen führten. Und so stand ca. eine Minute vor Schluss tatsächlich 14:14 unentschieden.

 

Da ich in diesem Spiel das Team-Timeout der 2. Halbzeit noch zur Verfügung hatte, konnten wir uns taktisch auf die letzte Minute einstellen. Leider scheiterte Lugi mit seinem durchaus gerechtfertigten Abschlussversuch 45 Sekunden vor Schluss am Pfosten. Aber unser unroutinierter Gegner versiebte seinen letzten Angriff kläglich und gab uns damit nochmals die Chance für einen letzten Angriff. Für die letzte Minute hatte ich beim Timeout Sigi14, fast wie in alten Zeiten, an den rechten Flügel beordert und gehofft, dass er mit seinem Sigi-Spezial zum Abschluss kommen würde. Und siehe da, 10 Sekunden vor Schluss liess der „alte Mann“ seinen jungen Gegner sehr alt aussehen und konnte von diesem nur noch Penalty- und 2-Min-Strafereif gestoppt werden. Päscu Beeri verwandelte den Penalty, seinen dritten in diesem Spiel, sicher zum 14:15 Sieg für uns. Wir haben uns als Mannschaft natürlich riesig gefreut und der gegnerische Co-Trainer meinte anerkennend, „das war halt die Routine“. Und ja, mich kann man in Zukunft auch den Propheten nennen (ha, ha, ha).

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