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An Land gezogen

An Land gezogen
Portrait Nicolas Reamy
 
Mit der Verpflichtung Nicolas Raemys gelang Wacker Thun ein Coup. Der passionierte Angler ist ein grosser Fisch in der hiesigen Szene.

Innerschweizer mit ausserordentlichen Fertigkeiten sind begehrt im Berner Oberland. Nachdem Martin Rubin den Urner Lukas von Deschwanden vom Rohdiamanten zum Juwel geschliffen hatte, holte Wacker mit dem Luzerner Nicolas Raemy einen weiteren Hochkaräter aus dem Zentrum Helvetiens. Mit dem Zuzug aus Kriens sicherten sich die Thuner zuletzt neun Punkte aus fünf Spielen, sie weisen die beste Tordifferenz aller Mannschaften auf und bestreiten heute (16 Uhr, Lachenhalle) gegen Leader Pfadi Winterthur den Spitzenkampf. Den Erzfeind aus Schaffhausen haben sie beide Male bezwungen, kein Klub stösst auf grösseres Interesse als der Meister von 2013, der seine Matchs im Schnitt vor rund 1000 Leuten austrägt. «Es läuft sehr gut», sagt der 22-Jährige.

Es ist Donnerstagmorgen, der Student sitzt in einem Café auf dem Mühleplatz, die Sonne scheint. Wackers Kreativkopf erzählt glücklich, dass er rasch und gut integriert worden sei, er schwärmt vom Teamgeist und konstatiert zufrieden, dass seine Sportart gerade wieder etwas mehr Aufmerksamkeit kriegt. Der Linkshänder erlebte indes auch schon triste Tage, nachdem er seinen Stammverein im Sommer verlassen hatte. «Vor drei, vier Wochen wäre dieses Gespräch wohl anders verlaufen», hält der Aufbauer einmal gleich selber fest. Der letztjährige Champions-League-Teilnehmer war grossartig in die Saison gestartet, mit einem Sieg gegen die Kadetten, der Debütant überzeugte. Es folgten ernüchternde Darbietungen inklusive der Pleite in Stäfa; auch Raemy, der Hoffnungsträger, vermochte nicht zu überzeugen. Gegen Suhr etwa erwischte der Nationalspieler einen miesen Tag, kaum was wollte dem begnadeten Techniker gegen den Aufsteiger gelingen. «Das war heftig, ich tat mich sehr schwer, so was hatte es in diesem Ausmass fast noch nie gegeben», erzählt die Nummer 5 der Thuner. Es sei schwierig gewesen, ein Team zu ergänzen, das funktioniert habe. «Man sagt ja, dass es ungefähr ein Jahr dauert, bis man bei einem neuen Klub sein Potenzial ausschöpfen kann. Das trifft vielleicht schon zu», meint er. Ein Handballer benötige eine Weile, ehe er die Automatismen und die Wege der Mitstreiter verinnerlicht habe. Aber es laufe stetig besser. «Was mir fehlt, ist die Konstanz.»

In der Tat prägt der Linkshänder das Spiel der Berner Oberländer noch nicht so sehr, wie sich diese das wohl erhofft haben. Doch Nicolas Raemy stellt eine Riesenverstärkung für den ambitionierten Traditionsverein dar, keine Frage. Er ist ein vorzüglicher Passgeber, schnell und trickreich, und zuletzt hat er bewiesen, auch ganz gut verteidigen zu können. Und allein schon seine Gegenwart bewog Profi Nikolas Isailovic dazu, die beste Vorbereitung hinzulegen, seit er bei Wacker ist. Rechts im Rückraum konkurrieren die beiden um Einsatzzeit, der Coach hat die Wahl zwischen zwei völlig verschiedenen Athleten – und zwei Ausnahmekönnern. Rubin setzt mit auf Raemy, das ist offensichtlich, er stellte ihn auch dann auf, wenn er Schwierigkeiten offenbart hatte. «Für mich ist es sehr wichtig, das Vertrauen zu spüren. Und das tue ich hier definitiv», sagt der Neue. Bei Prachtswetter gibt der Student geduldig und ausgesprochen freundlich Auskunft. Es gefalle ihm sehr gut hier, versichert er. Zwischen Stadtzentrum und Lachenareal hat er sich seine Bleibe eingerichtet, er wohnt alleine und schätzt es, nach einem ausgefüllten Tag seine Ruhe zu haben. Abschalten kann der 22-Jährige auch beim Angeln, seinem Hobby. «Ich werde mir ein Boot kaufen, ein kleines, keine Jacht oder so was!», erzählt er schmunzelnd. «Und ich freue mich schon drauf, Mitspieler mit auf den See zu nehmen.» Erst mal folgt die Partie gegen Pfadi. Auf der Suche nach weiteren Zählern sollen die Winterthurer im Trüben fischen.

Adrian Horn
 

 

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15.11.2014 10:46:38 | medienstelle@wackerthun.ch

 

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