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Borna Franic

Borna Franic
Glanzlichter am Karriereabend
 

Borna Franic ist Wacker Thun auch mit 39 eine Stütze. Der Aufbauer agiert gar effizienter als in Vorjahren.

Die Stimmung war im Keller. Und unten, in den Katakomben der Lachenhalle, analysierten bereits einige aus dem Vereinsumfeld die Saison, die mit der 23:31-Niederlage gegen Kriens eben zu Ende gegangen war. Wacker, der Titelverteidiger, der Cupsieger, der Champions-League-Teilnehmer, hatte sich nicht für die Playoffs qualifiziert, die Ausmarchung um die Meisterschaft, die so aufregende wie lukrative Phase. Selbstverständlich diskutierten Klubangehörige und Beobachter auch personelle Angelegenheiten. Borna Franic, darin waren sie sich am 12. April weitestgehend einig, könne dem Team nicht länger helfen, die Vertragsverlängerung sei wohl ein Fehler gewesen. Offizielle wie Martin Rubin äusserten sich freilich vorsichtiger, wenngleich auch der Trainer sagte, dass sein kroatischer Routinier sich nicht als optimaler Joker erwiesen habe, weil er jeweils erst warm werden müsse, nicht gleich zu Höchstform auflaufe. Bevor er von Lukas von Deschwanden links im Rückraum verdrängt wurde, hatte der Techniker quasi eine Garantie auf eine Menge Einsätze gehabt. Nun drohte er von Nachwuchskraft Stefan Huwyler überflügelt zu werden – und als prominenter Tribünengast ohne Dauerkarte zu enden.

Nun, im Herbst, ist alles anders. Der 39-Jährige erlebt einen weiteren Frühling einer offenbar nie enden wollenden Laufbahn. Franic, ein Teamplayer, hat sich offensichtlich damit arrangiert, bloss noch Ergänzungsspieler zu sein, und ist den Thunern eine Stütze. Er brillierte in Stäfa mit fünf Toren, gegen Gossau glückten ihm gleichfalls fünf Treffer, notabene nach fünf Würfen. Eine 67-prozentige Erfolgsquote weist der frühere Internationale aus, für einen Aufbauer ist das spitze. Damit zielt er gar genauer denn in Vorjahren, als er zu diesem Zeitpunkt der Saison zweimal das Topskorerklassement angeführt hat. Vom Coach gabs bislang denn auch einen Haufen Lob – und viele Spielgelegenheiten. Der Familienvater sagt: «Ich fühle mich wohl.» Auf Statistiken aber gibt er nicht viel. «Das sind doch nur Zahlen, und Zahlen sagen nicht immer alles aus.» Was er unerwähnt lässt, ist, dass derartige Ziffern ihm eigentlich nie ganz gerecht geworden sind. Er, der Verantwortung übernimmt, auch dann wirft, wenn es nicht läuft, er, der starke Vorbereiter, kam auf dem Matchblatt oft nicht so gut weg, wie er in Tat und Wahrheit gewesen war.
Nun ists beim Angestellten eines Baumarkts so üblich, dass er im Herbst aufblüht. Und im Winter ein bisschen nachlässt, bevor er in möglichen Playoffs dann wieder in Bestverfassung antritt. Das zweite Quartal hat für ihn auch heuer schlecht begonnen: Gegen Altdorf fehlte er am Mittwoch im Cup, Rubin nominierte ihn nicht, weil er davor wegen Fieber kaum hatte trainieren können. Der Routinier aber ist wieder fit, der Trainer rechnet für die Partie in Schaffhausen heute (19.30 Uhr), die den Auftakt in die zweite Qualifikationshälfte darstellt, fest mit dem vielseitigen Rechtshänder.

Beim Kroaten läufts also rund. So rund, dass die Berner Oberländer mit ihm ein drittes Mal verlängern werden? Der 39-Jährige sagt: «Dafür bin ich der falsche Ansprechpartner.» Er sei nicht derjenige, der die Mannschaft zusammenstelle. Handball macht ihm auf jeden Fall weiterhin Spass. Er trainiere gerne und sei gesund, sagt der Evergreen. Vielleicht also bleibt der Aufbauer Wacker auf einmal doch über die Saison hinaus erhalten. Borna Franic sollte man nie abschreiben.

Adrian Horn
 

 

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08.11.2014 09:37:33 | medienstelle@wackerthun.ch

 

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