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Wegen Siebenmetern auf Wolke sieben

Wegen Siebenmetern auf Wolke sieben
Bericht Thuner Tagblatt

Seit Wacker mit Ivan Wyttenbach einen sicheren Penaltyschützen ins Team berufen hat, sind die Thuner erfolgreich. Heute treffen die Berner Oberländer auf GC, dessen Torhüter die meisten Strafwürfe parieren.
Martin Rubin spricht Klartext. «So kann es nicht weitergehen!», sagt er nach der Niederlage bei Abstiegskandidat Stäfa Ende September. Wacker, der Meister von 2013, steht nach fünf Runden in der Saison eins nach der Champions-League-Teilnahme lediglich auf Rang sechs. Der Trainer kündigt Änderungen an.

Drei weitere Partien sind passé, und die Thuner sind wieder aufs Kurs. Sie deklassierten zunächst Gossau, später holten sie beim starken St. Gallen einen Punkt, jüngst schlugen sie Bern. Was bloss hat Rubin gemacht? Nicht viel eigentlich und möglicherweise ja nicht mal alles richtig. Im Derby etwa wunderten sich einige ob des eigenwilligen Coaching, so durften Thomas Rathgeb und Nicolas Raemy lange mittun, obwohl sie nicht überzeugten. Aber der Trainer hat nach der Pleite an der Goldküste Ivan Wyttenbach ins Team geholt, und das erweist sich in diesen Tagen als Glücksfall. Der 19-Jährige war im erweiterten Kader gestanden, aber vornehmlich beim in der Nationalliga B engagierten Partnerverein Steffisburg aktiv gewesen, bevor der Platzhirsch rief. Der angehende Kaufmann aus Spiez übernahm gleich Verantwortung und verwertete gegen Gossau sämtliche sechs Penaltys. So traf er auch nach 17 Minuten, als der Favorit daheim noch im Hintertreffen gelegen war. Am Mittwoch führte er die Oberländer gegen den Kantonsrivalen zum wegweisenden Sieg, indem er fünf von sechs Siebenmeter erfolgreich schoss, vier davon gegen Dragan Marjanac, den wohl besten Keeper der Liga.

Rubin verfolgt die Karriere des Regisseurs schon eine ganze Weile, Sohn Lenny ist Teamkollege und Kumpel Wyttenbachs. Der Coach sagt: «Mich beeindruckt, wie abgeklärt er ist bei den Strafwürfen. Das erinnert mich an Sandro Badertscher.» Der ehemalige Leistungsträger und heutige Wirtschaftsprüfer galt als einer der sichersten Schützen in der Schweiz. Mit 85 Prozent weist das Talent eine gleichfalls starke Quote auf. Von jenen, die regelmässig Penaltys ausführen, sind bloss Misha Kaufmann und Kevin Jud effizienter (siehe Tabelle). Die Siebenmeter waren seit Badertschers Rücktritt im Sommer 2011 Wackers Schwäche. Borna Franic löste die Aufgabe erst ganz gut; als er in ein Tief geraten war, scheiterte er indes auch bei den Penaltys oft. Danach versuchte sich Luca Linder – zunächst sehr erfolgreich, ehe auch er sich verunsichern liess. Georgios Chalkidis, Roman Caspar, Rathgeb – sie alle traten in der Folge an, ohne sich dabei etablieren zu können. Zuletzt übernahm Lukas von Deschwanden die Verantwortung, er tat dies solide, Spitzenwerte erreichte er nicht.

Gegen Gossau und vor allem im Kräftemessen mit Bern siegten die Thuner also auch wegen Wyttenbach respektive dessen sicherer Hand bei Strafwürfen. Hätte er von Saisonbeginn weg zur Mannschaft gehört, stünde sie besser da. Gegen Stäfa verschossen die Oberländer drei Penaltys – und verloren mit zwei Toren Differenz. In Winterthur waren sie genauso knapp unterlegen und hatten einen Siebenmeter nicht verwertet. Was macht der 19-Jährige besser? «Wahrscheinlich denke ich weniger nach», sagt er. Penaltys zu schiessen, sei Kopfsache, und derzeit habe er eine Menge Selbstvertrauen. Am Mittwoch trat er nach misslungenem Versuch gleich wieder an, obwohl sich Nationalspieler von Deschwanden schon bereit gemacht hatte und entschlossen war, zur Tat zu schreiten.
Heute empfangen die Berner um 19.30 Uhr in der Lachenhalle GC. Die Keeper der Stadtzürcher, Paul Bar und Tim Schubiger, haben zusammen bereits neun Strafwürfe gehalten – Rekord. Ivan Wyttenbach ist herausgefordert.
 
Adrian Horn

 

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22.10.2014 08:47:02 | medienstelle@wackerthun.ch

 

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