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1 Platz für 2 Spieler

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Bericht Berner Oberländer

Wacker Thun empfängt heute den BSV Bern Muri. Bei den Oberländern dürfte es aus dem Duo Thomas Rathgeb/Ivan Wyttenbach nur einer ins Kader schaffen. In den nächsten Monaten kämpfen die beiden um ihre Zukunft.
 
Es war kein Samstagabend, an den sich Thomas Rathgeb gern erinnert. Auf der Tribüne sass der 24-Jährige, unten, auf Feldebene, gleich hinter der Equipe. Seine Aufgabe bestand darin, über Wackers Spiel gegen Gossau Statistik zu führen. Ins Aufgebot der Thuner hatte es der seit 2009 im Nationalliga-A-Team befindliche Aufbauer nicht geschafft, erstmals seit Ewigkeiten. Tüchtig führte der Steffisburger also Protokoll. Und jedes Mal, wenn einer traf, machte er hinter dessen Namen auf dem Blatt einen Strich, für einen misslungenen Versuch gabs einen Nuller. Einen makellosen Auftritt legte ausgerechnet Ivan Wyttenbach hin. Der 19-Jährige war für ihn ins Kader gerückt, verwertete alle Penaltys und warf aus dem Spiel heraus ein siebtes Tor. Der Spiezer sollte nach seinem erst dritten Einsatz für den Meister von 2013 gar zum Best Player gewählt werden.
 
Rathgeb sagt: «Wenn die Partie erst mal läuft, vergisst man das eigene Schicksal und will einfach, dass die Mannschaft gewinnt.» Für den jungen Konkurrenten habe er nicht widerwillig jeweils einen Strich gemacht. «Ich habe mich für ihn gefreut.» Doch der Student spricht offen über seine Lage und erzählt: «Meine Situation ist nicht lustig.» Seit Jakub Szymanskis Abgang 2012 ist das Eigengewächs immerhin zweite Wahl als Regisseur. Als sich Roman Caspar im Herbst letzten Jahres verletzt hatte, gelangte dessen nomineller Ersatz gleichwohl nicht zu mehr Spielzeit. Martin Rubin zog ihm Allrounder Borna Franic vor. Der Hüne hätte also allen Grund, sich zu beschweren, nie eine echte Chance erhalten zu haben. Das tut er aber nicht. Er sagt: «Meine Grossmütter halten mich für den besten Handballer und können den Trainer nicht verstehen, wenn er mich nicht aufstellt. Aber es ist leicht, Argumente gegen mich zu finden.» Die letzte Saison sei enttäuschend verlaufen, gesteht Rathgeb, generell mangle es ihm an Konstanz. Highlights aber habe es gegeben, etwa den Punktgewinn in der Champions League bei Metalurg Skopje, als er eine der besten Leistungen in seiner Karriere habe abrufen können.
 
Der Vertrag des Rückraumakteurs läuft Ende Spielzeit aus, genauso wie jener von Wyttenbach, der mit einem speziellen Kontrakt ausgestattet ist, gleichzeitig für den TV Steffisburg in der NLB aufläuft und in der Regel nur drei Trainings mit Wacker absolviert. Einiges deutet darauf hin, dass aus dem Duo bloss einer wird bleiben dürfen. Der Etablierte ist also unter Zugzwang.
 
Wyttenbach gilt als Riesentalent, für alle Schweizer Juniorenauswahlen bestritt der angehende Kaufmann Partien. Letzte Saison beklagte er Verletzungspech. Beim Partnerverein war er heuer durch starke Darbietungen und aussergewöhnliche Effizienz vom Siebenmeterpunkt aufgefallen, sodass Rubin ihn ins Team nahm, nachdem die Mannschaft und mit ihr auch Rathgeb nicht hatten überzeugen können. Das Niveau sei eindeutig höher, sagt der Aufsteiger. «Die Leute hier spielen schneller, sicherer, und vor allem sind sie körperlich stärker.» Das Duell mit dem Kollegen nimmt er nicht als echten Zweikampf wahr. «Der Umgang ist sehr freundschaftlich.» Man glaubt ihm. Beide sind ausgesprochen freundlich, ruhig, sie handeln überlegt, professionell.
 
Heute tritt der im Tief befindliche BSV Bern Muri in Thun an. Rubin sagt, es sei offen, wem er den Vorzug geben werde. Sowohl für den Erfahrenen als auch für den Emporkömmling hätte der Match eine spezielle Bedeutung. Der 24-Jährige spielt im Kräftemessen mit dem Kantonsrivalen oft gut, der 19-Jährige hat 2012 gegen diesen Klub debütiert. Der Coach steht vor einem schweren Entscheid. Nicht zum letzten Mal in dieser Saison.

Adrian Horn


 

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15.10.2014 09:07:18 | medienstelle@wackerthun.ch

 

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