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Frustabbau, Formaufbau

Frustabbau, Formaufbau
Wacker Thun schlägt ein desaströses Gossau mit 35:19

17 Minuten sind um, und es gibt Penalty für die 6:7 in Rückstand liegenden Gastgeber. Wer tritt zum ersten Siebenmeter Wacker Thuns an? Georgios Chalkidis vielleicht, Griechenlands Rekordnationalspieler? Nicolas Raemy, Leistungsträger der Schweizer Landesauswahl? Oder etwa doch Lukas von Deschwanden, zweimal in Folge zum wichtigsten Akteur der Saison gewählter Topskorer? Auf der Bank der Berner Oberländer erhebt sich Ivan Wyttenbach. Er hat heuer keine Sekunde im Trikot des Schweizer Meisters von 2013 absolviert. Der 19-Jährige tritt an – und gleicht auf souveräne Weise aus, bevor er sich wieder hinsetzen wird. Der Spiezer hat sich bei Partnerklub Steffisburg in der NLB einen Namen damit gemacht, Strafwürfe sicher zu verwerten. Dennoch ist es einigermassen symptomatisch für die Lage vom Martin-Rubin-Team, dass gerade er in der Schlüsselszene des Vergleichs mit Gossau Verantwortung übernehmen muss. Der letztjährige Champions-League-Teilnehmer ist nach drei Niederlagen aus fünf Partien verunsichert und tut sich zunächst auch mit den St. Gallern schwer, der am schwächsten besetzten Equipe der höchsten Klasse. Erst gegen Ende der ersten Hälfte beginnt sich der eigentliche Titelanwärter abzusetzen. Ein 35:19-Sieg resultiert gegen die Ostschweizer. Von den 600 Zuschauern ist dennoch keiner überzeugt – was die Mannschaft gegen den Abstiegskandidaten lange gezeigt hat, ist alarmierend. Sie befindet sich urplötzlich auf der Suche nach der spielerischen Identität.
 
Es sind schwierige Tage für das so verwöhnte Wacker. Unlängst hat sich mit Marc Winkler einer der Stammtorhüter das Kreuzband gerissen. Das Eigengewächs wird erst im Frühling zurückkehren. Nick Eggenberger, der Ersatz, ist gleichfalls verletzt. Im Kader steht deswegen vorderhand Simon Hunziker von der 1.-Liga-Equipe. Er zeigt während der kurzen Zeit, als er auf dem Platz steht, zwar eine tolle Parade. Eine echte Alternative ist er freilich trotzdem nicht.  So muss es wie in der Schlussphase der Saison 2011/2012 Andreas Merz richten. Die Aargauer Führungskraft brilliert gegen den im zweiten Umgang inferioren Widersacher denn auch gleich. 47 Prozent aller Abschlüsse pariert er. «Ich hatte Spass», sagt der Routinier schmunzelnd, «in den zweiten 30 Minuten sind wir wieder mal richtig ins Rollen gekommen. Da hatten wir den Gegner dort, wo wir ihn hatten haben wollen.» Die Gedanken der Mannschaft seien beim nach der Operation noch im Spital befindlichen Freund Winkler.
 
In der zweiten Hälfte betreiben die Thuner so was wie Frustabbau. Die Oberländer steigern sich zusehends, die Darbietung ist nun sehr ordentlich. Es wird interessant sein, zu verfolgen, wie sich die jüngsten Leistungen auf die Hierarchie auswirken. Borna Franic etwa gefällt zum zweiten Mal in Folge, wird von Deschwanden jedoch kaum verdrängt haben. Am Kreis aber zum Beispiel beweist Reto Friedli abermals, weit wirkungsvoller zu sein als Chalkidis. Eine Veränderung ist auch auf der Regisseurposition denkbar, wo Roman Caspar nicht auf Touren kommt. Und Ivan Wyttenbach? Der angehende Kaufmann verwertet alle sechs Penaltys. Und so befindet sich Wacker zwar weiterhin auf Formsuche. Einen Siebenmeterschützen aber haben die Thuner gefunden.
 
Adrian Horn

 

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06.10.2014 11:24:51 | medienstelle@wackerthun.ch

 

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