facebook   instagram   linkedin   Lachenhalle   Kontakt   Suche  

Geliebt, verachtet

Geliebt, verachtet
Jonas Dähler im Fokus
 
Jonas Dähler ist eine der faszinierendsten Erscheinungen in der Schweizer Szene. Vor der Partie gegen Gossau steht Wacker Thuns Nationalspieler unter Druck.

Er schubst. Er provoziert. Er trifft. Es gibt in der Liga gewiss angenehmere Aufgaben, als Jonas Dählers Widersacher zu sein. So reflektiert, freundlich, friedfertig er abseits des Feldes ist, so unnachgiebig, kompromisslos, leidenschaftlich ist er während der 60 Minuten. Und sosehr ihn Mitstreiter mögen, sosehr fürchten und verachten ihn die Gegner. Mit Raphael Liniger etwa, dem einstigen Linksflügel St. Otmar St. Gallens, lieferte sich der angehende Physiotherapeut atemlose Duelle. Dass der Zürcher bloss zu Yellow Winterthur in die Nationalliga B gewechselt ist, um dem Antagonisten nicht mehr zu begegnen, ist indes ein Gerücht.
 
Auch unter den Zuschauern gibts zu Wackers Nummer 6 mit den zwei Gesichtern zwei Meinungen. Die einen finden den Hünen grossartig, weil er Spannung und Dramatik garantiert; die andern sagen: «Junge, beruhig dich doch mal!» Fakt ist, dass der Rechtsaussen zu den Besten auf seiner Position gehört. 226-mal warf er während der beiden Glanzjahre erfolgreich, er hatte damit einen hohen Anteil an den drei Titeln, die Martin Rubins Mannschaft derweil gewann. Im Frühsommer 2013 sicherte er den Berner Oberländern im Playoff-Final gegen Erzfeind Schaffhausen mit dem entscheidenden Treffer einen fünften Match, den sie für sich entscheiden sollten. Im Herbst darauf erzielte der Steffisburger das erste Wacker-Tor in der Champions League überhaupt. Für die Landesauswahl ist der 25-Jährige 27-mal aufgelaufen, unter Rolf Brack zur Stammkraft gereift.
 
Nun läuft es Wacker aber gerade nicht so, jüngst verloren die Thuner gegen Stäfa – erstmals. Und auf einmal wird Dählers Verhalten auch in den eigenen Reihen kritisiert. Coach Rubin sagte nach der Pleite am rechten Zürichseeufer: «Johnny ist nicht in Topform und versucht das durch Überaggressivität zu kompensieren. Aber das ist Quatsch. Er muss niemanden umbringen.» Vor dem Vergleich mit Gossau (heute, 17 Uhr), einem weiteren Abstiegskandidaten nach Stäfa, verhehlt der Leistungsträger nicht, seiner Bestverfassung hinterherzuhinken. Er sagt: «Es gibt Phasen, da muss man eben etwas mehr tun, um erfolgreich zu sein.» Er spricht davon, «Basics» wiedererlangen zu wollen, im Training täglich dafür zu arbeiten. «Es geht darum, im Abschluss wieder sicher zu werden, sich auf die Stärken zu besinnen.» Dazu gehöre, hart, aber fair zu verteidigen – «ohne sich unnötig eine Strafe einzuhandeln».
 
Lediglich 52 Prozent seiner Chancen hat der Linkshänder heuer verwertet, das ist eine miese Bilanz für einen Flügel seiner Klasse. Im Schnitt erzielte er damit 2,2 Tore pro Match. In der ersten Saisonhälfte 2011/2012 hatte er pro Auftritt 5 Treffer geworfen. Schwer tat sich Dähler primär ausserhalb der Lachenhalle: In drei Auswärtspartien war er addiert 4-mal erfolgreich. In Panik verfällt der Student ob solcher Zahlen nicht. «Mit meiner Erfahrung muss ich den Anspruch haben, überall einen soliden Match zu zeigen», erzählt er.
 
Vielleicht ists dennoch ganz gut, treffen Wacker und er daheim auf die Ostschweizer. Der Aggressivleader jedenfalls kündigt eine Steigerung an. Die Gegner also sind gewarnt. Begleitschutz aber werden sie kaum benötigen.

Adrian Horn

 

Diese Seite wird Ihnen präsentiert von



04.10.2014 10:10:04 | medienstelle@wackerthun.ch

 

Hauptsponsoren


 

Partner-Sponsoren


 

Co-Sponsoren


 
Wacker Thun
CH-3600 Thun
info@wackerthun.ch
+41 33 511 22 60

CHE-108.373.847 MWST