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Die Gedanken kreisen um den Kreis

Die Gedanken kreisen um den Kreis
Bericht Thuner Tagblatt
 
Mit einem tollen Vortrag gegen Suhr hat sich Wackers Reto Friedli aufgedrängt. Darf er heute in Kriens von Beginn weg ran?  Martin Rubin ist bislang nicht dadurch aufgefallen, besonders abenteuerlich aufzustellen. Der Thuner Trainer legt Wert auf Stabilität und Automatismen, den Stamm bilden seit Jahren dieselben Leute. Bei Wacker gibts denn auch so was wie eine Startsieben, von der der Coach nur abweicht, wenn er sich dazu gezwungen sieht. Im Tor etwa berücksichtigt Rubin vorzugsweise Andreas Merz anstelle Marc Winklers, selbst wenn er beteuert, zwei Nummer-eins-Keeper zu haben, und am rechten Flügel, wo gleichfalls zwei Hochkaräter um Einsätze konkurrieren, zieht er Jonas Dähler Markus Hüsser meist vor. Eingespielt soll sie sein, die Equipe; davon ist der zweimalige Trainer des Jahres so sehr überzeugt, dass er Hoffnungsträger Nicolas Raemy bei dessen erstem Testmatch zunächst auf die Bank beorderte.
 
Auch am Kreis ist die Hierarchie so weit klar: Georgios Chalkidis, griechischer Rekordnationalspieler, Ex-Bundesliga-Akteur und erfolgreichster Handballer in den Reihen der Berner Oberländer, steht über Eigengewächs Reto Friedli. Der Profi stand in der Auftaktpartie 55 Minuten auf dem Platz, obwohl er einen Teil der Vorbereitung verpasst hatte. Jüngst gings gegen Suhr, und da durfte der Ur-Thuner länger ran als üblich, mit vier Treffern und weiteren überzeugenden Aktionen demonstrierte er, in der Offensive wohl mittlerweile wirkungsvoller zu sein als der reich dekorierte Kollege. Nach 24 Minuten etwa warf er zum 24:21, es handelte sich um einen Gegenstoss, mit den sehr schnellen Luca Linder und Lukas von Deschwanden war der 25-Jährige nach einer Parade Winklers nach vorn gerannt. Chalkidis wäre wohl gar nicht vor dem Gästegehäuse aufgetaucht – Konter sind eher nicht die Sache des 110 Kilogramm schweren Hünen.
 
Vor der Begegnung in Kriens sagt der Trainer: «Das Rennen ist relativ offen.» Friedli habe in der Vergangenheit beim Decken unsicher gewirkt, deswegen sei der Entscheid im Zweifelsfall auf den Arrivierteren gefallen. Chalkidis tut man oft etwas unrecht. Von ihm, dem Ausländer, erwartet jeder viel, und es ist nicht die Schuld des Südosteuropäers, passt er nicht zur Philosophie der Mannschaft, die nun mal vorsieht, durch Umschalten zum Erfolg zu kommen. Der Familienvater geniesst in der Liga ein hohes Ansehen, Jakub Szymanski, St. Gallens Abwehrchef, etwa sagt: «Ihn kannst du kaum stoppen – er ist physisch so stark.» Der Tscheche hatte Wacker im Sommer 2012 verlassen, zur selben Zeit war Philipp Buri, die andere zentrale Kraft in der Defensive, zurückgetreten. Es war auch das Verdienst des Zuzugs, gelang es den Thunern, die Abgänge zu kompensieren. Das Defizit des 36-Jährigen ist, dass er viel zu lange benötigt, bis er sich wendet. Deswegen gelangt er verhältnismässig wenig zum Abschluss. Und: Wackers Akteure passen intuitiv lieber nach aussen als an den Kreis – wofür der Routinier freilich nichts kann.
 
Eigentlich würden sich die beiden ja prima ergänzen: Chalkidis verteidigt – worin er nach wie vor Spitze ist –, und Friedli greift an. Auf diese Weise aber wechselt Rubin relativ ungern, weil sein Team ja beim Kontern möglichst stark sein soll. Den Treffer zum 24:21 beispielsweise hätte es so nie gegeben. Der Coach sagt dennoch: «Diese Variante ist sicher eine Option.» Nun, ihm wird schon was einfallen. Der Trainer nämlich ist konsequent, aber nicht stur – 2013 etwa stellte er während des Playoff-Finals um, brachte Winkler und Hüsser und führte die Thuner damit zum Meistertitel. Mit Reto Friedli am Kreis übrigens.

Adrian Horn
 

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17.09.2014 17:03:46 | medienstelle@wackerthun.ch

 

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