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Wacker Thun vs. HSC Suhr Aarau

Wacker Thun vs. HSC Suhr Aarau
Hartes Brot fürs Rüebliland

Der Kanton Aargau ist das Rückgrat der Schweizer Szene. Klubs wie das heute in Thun engagierte Suhr aber tun sich schwer. Hat der Riese verschlafen? - Geschickt drängt Marcel Hess den Angreifer nach aussen, sodass Andreas Merz dessen Abschluss mühelos parieren kann. Der Torwart lanciert den Gegenstoss, passt auf David Graubner, welcher Marco Kurth anspielt. Und der trifft.
 
Gelänge es einem Verein, die stärksten Aargauer Kräfte zu vereinen – er hätte tolle Chancen auf den Titel. Doch die besten Handballer aus dem Rüebliland sind alle woanders engagiert. Jeder helvetische Spitzenklub beschäftigt mindestens einen Athleten aus dem Nordkanton. Mit Merz sowie Markus Hüsser und Stefan Huwyler stehen gleich drei in Thun unter Vertrag. Die ganze Schweiz also profitiert von der beispiellosen Nachwuchsarbeit – bloss die eigenen Mannschaften nicht. In den vorangegangenen beiden Saisons war der Aargau in der Nationalliga A nicht vertreten. Suhr, die kompetitivste Equipe, ist im Frühling aufgestiegen, steht nach zwei Runden ohne Zähler da und dürfte um den Klassenerhalt bangen müssen.
 
Masse statt Klasse
Im Kampf um die Promotion hatte sich Suhr sinnigerweise gegen Endingen durchgesetzt, einen Kantonsrivalen. 6 der 14 NLB-Teams stammten aus dem Aargau. All die Klubs konkurrieren naturgemäss um Talente, Medienpräsenz und Partner, sodass ein einzelner nicht die erforderliche Grösse erlangen kann. Früher oder später werden die Vereine von begabten Leuten verlassen; sie sehen im Osten oder bei den Berner Equipen die weit besseren Möglichkeiten, einen Pokal zu stemmen. Ein weiteres Defizit im Rüebliland: Eine Universität gibt es im Kanton Aargau nicht – und bei Handballern handelt es sich sehr oft um angehende Akademiker. Der nach einem Jahr als Profi in der Bundesliga wieder bei den Schaffhauser Kadetten agierende Graubner etwa soll Suhr damals verlassen haben, damit er in St. Gallen studieren konnte. Er wechselte also nach Gossau – und verabschiedete sich von einer Mannschaft, deren Angehörige sich einst vorgenommen hatten, zusammenzubleiben. 2010 liess sich Merz als einer der Verbliebenen einer verheissungsvollen Generation transferieren.
 
Auch im Raum Zürich existieren relativ viele ambitionierte Handballteams auf verhältnismässig kleinem Platz. Doch es herrscht eine Hierarchie, inoffiziell. Winterthur ist die Adresse mit Tradition und die klare Nummer eins. Das aus einer Fusion hervorgegangene GC Amicitia vermag in der Heimat, einer Weltstadt, kaum einen mitzureissen, es verlor mit Luka Maros 2013 einen Hochkaräter. Stäfa schliesslich liegt an der Goldküste; dennoch fehlen offenbar die Ressourcen dazu, den Schritt zum Finalrundenanwärter zu schaffen. Schlüsselkraft Kevin Jud verliess das rechte Seeufer und ergänzte wie Maros Pfadi.
 
Endlich ein Konzept
Das Ensemble von Suhr, Wackers heutigem Gegner, setzt sich aus Nachwuchsleuten und verpflichteten Arrivierten wie dem Slowaken Martin Pramuk, dem Solothurner Misha Kaufmann oder dem Luzerner Fabian Studer zusammen. Merz hält viel von der Entwicklung seines Ex-Klubs, die jüngsten Transfers seien sinnvoll gewesen und hätten das Team um die begabten Eigengewächse verstärkt.
 
Der Aufsteiger ist in mancherlei Hinsicht eine Bereicherung für die Liga. Im Gegensatz zu früheren Emporkömmlingen ist er konkurrenzfähig, sodass es für etablierte Equipen wie jene von Stäfa und Gossau schwer werden wird, den Neuen hinter sich zu lassen. Und vor allen Dingen ist die Spielstätte Schachen in Aarau eine der geeignetsten Hallen des Landes. Dazu, um die Meisterschaft mitzureden, wird Aargauer Mannschaften aber noch eine ganze Weile vieles fehlen, zumal jene Akteure, die auf sich aufmerksam gemacht haben, am Ende einer jeden Saison abgeworben werden. Was also muss geschehen, damit der Nordkanton nicht länger nur ausbildet, sondern auch wieder mal Titel holt? Merz sagt: «Wenn eine Generation ausserordentlich viel Talent hat und die Stimmung so gut ist, dass die Spieler ungeachtet irgendwelcher Verlockungen bleiben werden, dann ist es für Suhr möglich, einen Sprung zu machen.»

Adrian Horn


 

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13.09.2014 08:25:39 | medienstelle@wackerthun.ch

 

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