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Bericht Thuner Tagblatt

Bericht Thuner Tagblatt
Jugend vor Routine, Potenzial über Klasse

Wacker wird den Vertrag mit Borna Franic nicht verlängern. Der 40-Jährige soll dem Thuner Handball aber erhalten bleiben. Einen Kontrakt kriegt Talent Lenny Rubin.
 
Die Verantwortlichen von Wacker Thun sind dabei, das Kader für die nächste Saison zusammenzustellen. Die Planung ist fortgeschritten, das Gerüst der Mannschaft bleibt bestehen, zum Cut kommts auch heuer nicht. Zuletzt fällte die sportliche Führung um Teammanager Thomas Fahrni und Cheftrainer Martin Rubin unpopuläre, aber nicht unerwartete Entscheide. Sie beschloss, den Kontrakt mit Eigengewächs Thomas Rathgeb und jenen mit der langjährigen Schlüsselkraft Borna Franic nicht zu verlängern. Die Aufbauer sollen das Verdikt mit Stil aufgenommen haben. Gerade die Trennung von Rathgeb stiess in der Equipe dem Vernehmen nach zumindest partiell auf Unverständnis. Im hiesigen Handball ist es unüblich, die Zusammenarbeit mit einem aus der eigenen Nachwuchsbewegung hervorgegangenen Spieler zu beenden. Der Steffisburger bildet mit Mitstreitern bei Wacker eine Wohngemeinschaft und ist Teil des Thuner Kerns im Ensemble; offenbar setzten sich seine Freunde für ihn ein. Argumente besassen sie sehr wohl: Der zumeist in der Rückraummitte aufgestellte 25-Jährige hat sich in den rund 180 Partien eine gewisse Erfahrung auf höchster nationaler Ebene angeeignet, er gehörte Ende Mai 2013 zu den Besten, als die Berner Oberländer in der vierten Begegnung des Playoff-Finals bei den Kadetten siegten und damit den Grundstein zum späteren Titelgewinn legten, und er führte den Schweizer Vertreter im selben Jahr in der Champions League beim 24:24 auswärts gegen Metalurg Skopje zum einzigen Punktgewinn in der Königsklasse.
 
Wer ersetzt Rathgeb?
Nachvollziehbar ist der Entscheid gleichwohl: Das Talent hat sich nicht im nötigen Mass entwickelt, die Lücke zu Roman Caspar, der Nummer 1 auf der Position des Regisseurs, ist relativ gross geblieben. Der Coach sagt: «Er überzeugte oft nur dann, wenn die Mannschaft gut auftrat. Waren wir schlecht, vermochte er keine Akzente zu setzen.» Ersetzt wird der Rechtshänder durch einen Zuzug. Die Verantwortlichen zögern, Namen zu nennen; anscheinend gedenken sie einen Schweizer mit bemerkenswertem Palmarès zu verpflichten. Zudem haben sie den Spiezer Iwan Wyttenbach mit einem neuen Vertrag ausgestattet – der Aufbauer und Penaltyspezialist, ein U-21-Nationalspieler, soll behutsam an das Fanionteam herangeführt werden. Dem Traditionsklub erhalten bleiben überdies die Flügel Markus Hüsser und Thomas Lanz. Fest entschlossen sind die Thuner freilich, Keeper und Leader Andreas Merz sowie Assistenztrainer Dragan Dejanovic weiter bei Wacker zu wissen. Ihre Kontrakte enden mit Abschluss der Saison.
 
Beendet Franic die Karriere?
Franic hatWacker in den letzten Saisons mitgeprägt. Der Kroate führte im Herbst der Jahre 2011 und 2013 das Torschützenklassement an, der eigentliche Shooter gefiel zudem häufig durch Übersicht. An den Cupsiegen 2012 und 2013 hatte er massgeblichen Anteil. Seine wohl imposanteste Darbietung für die Berner Oberländer legte er im Oktober 2013 hin, als er daheim gegen Kriens 13-mal traf und viele weitere Tore vorbereitete. Seit Lukas von Deschwanden konstant bestechend agiert, ist der Familienvater aber bloss noch zweite Wahl. Und nun ist die sportliche Führung der Meinung, es sei Zeit, Emporkömmlingen wie Stefan Huwyler und Lenny Rubin die Möglichkeit zu geben, sich in der Nationalliga A durchzusetzen. Den Altmeister möchte sie dennoch weiterbeschäftigen, laut dem Trainer wolle die Thuner Handballszene unbedingt vom riesigen Erfahrungsschatz des langjährigen Profis profitieren, etwa, indem sie ihn als Trainer engagiere. Einige Klubs indes dürften dem Hochangesehenen anbieten, noch zumindest eine Saison in der höchsten Klasse mitzuwirken – als Protagonist, versteht sich. Franic, bei einem Baumarkt im Oberland als Verkäufer angestellt, dürfte sich mit dem Entscheid Zeit lassen.
 
Text: Adrian Horn
Bild: Roland Peter


 

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30.01.2015 14:50:01 | medienstelle@wackerthun.ch

 

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