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Schnuppern in der andern Welt

Schnuppern in der andern Welt
Bericht Thuner Tagblatt
 
Torwarttalent Emush Klenja ergänzt während der Absenz Marc Winklers das Kader von Wacker Thun. Der 19-Jährige will dereinst mehr sein als ein Lückenbüsser. 600 Zuschauer beträgt das Fassungsvermögen der Musterplatzhalle, der Schweizer Verband hat die Spielstätte wiederholt für grundsätzlich nicht Nationalliga-B-tauglich befunden. Hier trägt der TV Steffisburg bis auf weiteres seine Spiele aus, vor im Schnitt 191 Leuten: Freunden, Verwandten, Szenekennern.
 
Im Herbst lernte Emush Klenja eine andere Handballwelt kennen. Der Keeper war dabei, als Partnerverein Wacker in der schicken BBC-Arena vor 1310 Menschen Champions-League-Teilnehmer Schaffhausen schlug. Und der 19-Jährige stand im Kader des Meisters von 2013, als dieser auch noch gleich Pfadi Winterthur bezwang, den andern Giganten in der höchsten Spielklasse hierzulande. Die Thuner brillierten vor 1650 Interessierten: Freunden, Verwandten, Szenekennern, gewiss , aber auch: vielen VIP-Gästen, einigen Sponsorenvertretern und zahlreichen Eventbesuchern. In der Lachenhalle stehen während eines Matchs überall Kameras, die Partien werden im Internet übertragen, und mit dem «Blick» berichtet gar die meistverkaufte helvetische Zeitung über die Liga. Der angehende Kaufmann gibt denn auch zu, nervös gewesen zu sein, als er etwa am Mittwoch im Vergleich mit Stäfa sieben Minuten vor Schluss eingewechselt wurde. Zehnmal ist das Talent bereits im Aufgebot von Martin Rubin gestanden. Es kommt dann zum Zug, wenn Stammschlussmann Andreas Merz aussergewöhnlich viele Bälle passieren lässt oder wenn die Begegnung entschieden ist, wie jüngst gegen die Zürcher geschehen. Dass Klenja beim Spitzenklub schnuppern darf, hat damit zu tun, dass er begabt ist. Vor allem aber hängt seine Beförderung mit an sich unglücklichen Umständen zusammen: Marc Winkler fiel Ende September mit einem Kreuzbandriss aus und wird kaum vor April wiedermittun können. Da sich der im Team etablierte Nick Eggenberger, mit dem er sich auf Augenhöhe befindet, gleichfalls verletzt hatte, fiel die Wahl der Berner Oberländer Verantwortlichen eindeutig auf den in Mazedonien Beheimateten.
 
Der Aufsteigerwird von Beobachtern als sehr ehrgeizig beschrieben. Claudio Badertscher, Leistungsträger und Assistenztrainer bei Steffisburg, sagt, der junge Torhüter vermöge dadurch zu kompensieren, dass er mit 1 Meter 82 eher klein gewachsen sei. «Er ist ein talentierter Mann. Spielen wir aber Fussball, gehen ihm die meisten lieber aus dem Weg – da bringt er nicht ganz so viel Potenzial mit», erzählt der frühere Spitzenkreisläufermit einem Schmunzeln. Emush Klenja hatte während langer Zeit bereits für die Thuner gespielt; stolz erklärt er, «schon immer ein Wackerianer » gewesen zu sein. Sein Ziel sei es, sich dereinst im Fanionteam zu etablieren, als einen von zwei Stammkeepern. «Die Zeit, die sich mir nun bietet, nutze ich dazu, zu lernen.» Von Merz könne er ungemein viel profitieren. «Andreas ist ein fantastischer Goalie, er agiert sehr bewusst und weiss alles über die Gegner. » Er schätze zudem den Austausch mit Winkler, dieser gehe grossartig mit ihm um und unterstütze ihn, wo er könne. Überhaupt sei er super aufgenommen worden in der Mannschaft. «Die Teamkollegen versuchen alle, mir zu helfen, wenn es mir nicht so läuft.» Damit, dass er gegenwärtig keine Chance hat, an der Hierarchie zu rütteln, und nur in aussergewöhnlichen Situationen zum Einsatz gelangt, hat er kein Problem. «Als 19-Jähriger bin ich einfach froh, ein Teil von all demzu sein.» Mindestens dabei sein wird der Auszubildende auch heute, wenn Wacker auf St.Otmar trifft. Um 17 Uhr beginnt das Kräftemessen mit den St.Gallern in der Lachenhalle. Wiederwird Emush Klenja nervös sein beim Einlaufen, wenn er all die Leute und die Kameras sieht, und schüchtern ins Publikum winken. Er wird auf der Bank Platz nehmen. Vielleicht wird ihn der Coach benötigen; vielleicht aber auch nicht. Der Emporkömmling jedenfalls verspricht, bereit zu sein. Wozu er fähig ist, hat er bereits angedeutet, vorab im Spiel gegen die Kadetten, als er beim überraschenden Erfolg in der Schlussphase stark hielt. Der Equipe zu helfen, wenn es ihn, die Nummer 2, braucht – das ist denn vorderhand auch das Ziel des Youngsters. Im besten Alter soll ein Torwart mit 30 sein. Emush Klenja hat also noch ein wenig Zeit.
 
Text: Adrian Horn
Foto: Roland Peter


 

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13.12.2014 13:24:07 | medienstelle@wackerthun.ch

 

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