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Ein Flügel im Tiefflug

Ein Flügel im Tiefflug
Bericht Thuner Tagblatt
 
Der wohl spektakulärste Handballer der Liga hat bei Wacker Thun seinen Stammplatz in der Startaufstellung verloren.
 
Das Spiel ist seit einer ganzen Weile passé. Luca Linder sitzt so da, starrt ins Leere. Die andern Stühle sind längst weggeräumt. Der 26-Jährige versucht seine Performance gegen Kriens zu verarbeiten. Wacker Thuns Linksflügel erinnert sich an verpasste Chancen, ein, zwei unglückliche Aktionen und die Tatsache, erst bloss ein- und später wieder ausgewechselt worden zu sein. Freilich freut sich der ausgesprochene Teamplayer mit den Kollegen über den 33:26-Sieg gegen die Luzerner; doch hochzufrieden ist er gerade offensichtlich nicht.
 
Luca Linder ist der Publikumsliebling in der Lachenhalle, der Berner Oberländer erntet neben Reto Friedli den stärksten Beifall beim Betreten des Feldes. Der Zuschauer weiss eben, wozu der Rechtshänder fähig ist. Der Modellathlet war der Konstanteste im Team Martin Rubins, als dieses in der Saison 2011/2012 verblüffte und in gleich drei Finals vorstiess. Auf begeisternde Weise eilte er den Widersachern jeweils davon, oft narrte er auch gleich noch den Keeper – und netzte lässig ein. So beständig wie in jener Spielzeit vermochte er in der Folge nicht aufzutreten. Die Abschlussquote wurde schlechter, und die Gegner stellten sich zunehmend auf Wackers System ein und unterbanden Gegenstösse, worunter vor allem Linder, der schnelle Akteur, litt.

Die Unbeschwertheit, die ihn ausgezeichnet hatte, war auf einmal weg. Ein Eckpfeiler beim Traditionsklub indes blieb der Linksflügel. Einen hohen Anteil hatte er am Meistertitel 2013, in der Champions League traf er bei Barcelona, dem vermutlich besten Handballteam weltweit, sieben Mal – so oft wie kein anderer. Nun steckt der Thuner in einem Tief. Der Start in die Saison war ihm vorzüglich gelungen, seine Darbietung gegen Schaffhausen war eine Referenz an die Glanzzeit. Mitte Oktober hätte er auch in der Landesauswahl endlich eine tragende Rolle einnehmen sollen. In den EM-Qualifikationspartien gegen Mazedonien und Frankreich wäre er wohl von Beginn weg aufgelaufen; Manuel Liniger, der ihm lange vor der Sonne gestanden war, hatte sich verletzt. Doch der gebürtige Wimmiser zog sich eine Zerrung zu und verpasste die Matchs mit der Mannschaft von Rolf Brack. Im November kehrte Linder auf den Platz zurück. Den Stammplatz bei den Berner Oberländern hatte er verloren. Thomas Lanz war während seiner Abwesenheit positiv in Erscheinung getreten, und Coach Rubin sah keinen Grund, das ungeschlagene Team umzustellen. Am Dienstag bei GC durfte Linder erstmals wieder von Anfang an ran – und ausgerechnet da riss die Serie von Begegnungen, in denen Wacker nicht bezwungen worden war.
 
Linder sagt: «Die Situation ist grundsätzlich neu für mich.» Er habe sich in den letzten Jahren seiner Position relativ sicher sein können, nun habe er ernsthafte Konkurrenz gekriegt. An der veränderten Lage sieht er kaum Negatives; zumindest erzählt er das. «Es ist aufregend, um die Einsätze kämpfen zu müssen, tagtäglich, in jedem Training. Ich freue mich auf einen freundschaftlichen Konkurrenzkampf.» Der Betriebsökonom verspürt nach wie vor riesige Lust aufs Handballspielen, «es macht Spass, mit den Jungs zusammen zu sein». Die potenzielle Schlüsselkraft räumt ein, von der Bestform ein Stück entfernt zu sein. «Mein Selbstvertrauen ist nicht so gross, wie es zu meiner besten Zeit war. Es braucht gegenwärtig wenig, bis ich verunsichert bin.» All die kleinen Verletzungen, die er erlitten habe, belasteten ihn. Doch er sagt kämpferisch: «Ich zweifle nicht daran, dass ich wieder so gut sein werde wie damals, als es lief – ich werde es ja kaum verlernt haben.»

Text: Adrian Horn
Foto: Roland Peter


 

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06.12.2014 16:37:08 | medienstelle@wackerthun.ch

 

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