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Zwischen flügellahm und felsenfest

Zwischen flügellahm und felsenfest
Mit dem Heimspiel gegen Meister Schaffhausen startet Wacker heute...

Handball · Mit dem Heimspiel gegen Meister Schaffhausen startet Wacker heute in die Spielzeit 2014/2015. Martin Rubins Mannschaft hat gute Aussichten auf ein tolles Jahr; ihr drohen aber auch ein paar Gefahren.
 
Im Süden Thuns gibts Neues: Wacker stapelt nicht länger tief! «Wir wollen unter die ersten vier!», sagt Trainer Martin Rubin nach enttäuschender Saison und erfreulicher Vorbereitung unmissverständlich – nachdem die Berner Oberländer lange dadurch aufgefallen sind, stets bloss die Finalrundenteilnahme angepeilt und damit Rang 6 als Ziel deklariert zu haben, ganz ungeachtet irgendwelcher Meistertitel oder Cupsiege. Bescheiden sind die hiesigen Handballer aber weiterhin, gewiss; trotz makelloser Bilanz in der Testspielphase glauben sie, sich steigern zu müssen, damits beim Auftakt heute gegen die Kadetten (19.30 Uhr, Lachenhalle) zu Punkten reicht.
 
Vor Spiel eins weiss eben keiner so recht, wo er steht – das hat Tradition. Vielleicht gesellt sich zur Thuner Zuversicht auch deswegen ein My Skepsis, weil es reichlich Hürden zu meistern gilt.
 
Auftaktprogramm: Nach dem Vergleich mit den Schaffhausern, die sich unter anderem mit Manuel Liniger verstärkt haben, dem bis vor kurzem in der Bundesliga tätigen Nationalspieler, und diesmal unbestrittener Favorit auf den Titel sind, muss Wacker nach Winterthur reisen, wo gegen Vizemeister und Vizecupsieger Pfadi der zweite Match ansteht. Gegen die Zürcher haben die Berner in der letzten Saison fünf Partien ausgetragen – und alle verloren. Rubin ist sich bewusst, dass es angesichts der Widersacher nicht ausgeschlossen ist, nach zwei Runden ohne Zähler dazustehen, und hat dies gar thematisiert, damit seine Mannschaft, sollte es denn dazu kommen (wovon er freilich nicht ausgeht), gewappnet ist.
 
Generationenkampf: Im Verlauf der Saison wird Borna Franic 40. Vorerst dürfte er links im Rückraum die Nummer 2 sein – deutlich hinter Lukas von Deschwanden (24) und knapp vor Stefan Huwyler (20). Doch Rubin möchte das im Sommer 2013 verpflichtete Talent fördern – was zum Nachteil des Routiniers geschähe. Der Kroate, dem Wacker so viel zu verdanken hat, dürfte heuer auch mal überzählig sein. Beschweren wird sich der Familienvater nicht; das entspräche nicht seinem Charakter. Aber die Vergangenheit hat gezeigt: Franic vermag das Spiel nur zu bereichern, wenn er spürt, gebraucht zu werden. Ähnlich offen ist das Rennen um Einsatzzeit am Kreis, wo Vizecaptain Reto Friedli (25) in die Startmannschaft drängt und sich möglicherweise nicht weiter mit dem Nummer-2-Status begnügt, sollte Georgios Chalkidis (36) erneut einiges schuldig bleiben. Und rechts im Aufbau sitzt mit Nicolas Raemy (21) entweder ein dazugestossener Nationalspieler oder mit Nikola Isailovic (27) einer von lediglich zwei Profis auf der Bank.
 
Ungewisse Zukunft: Mal wieder laufen einige Verträge aus, und nachdem es den Verantwortlichen im letzten Winter gelungen ist, die Equipe zusammenzuhalten, droht ein Umbruch. An von Deschwanden dürfte so ziemlich jeder Klub interessiert sein, andere Akteure dürften in vergleichsweise hohem Alter mit Entscheiden zuwarten.
 
Auch im Jahr eins nach Titelverteidigung und Champions-League-Teilnahme gehen den Oberländern die Herausforderungen also nicht aus. Sie nehmen sie gerne an. Nach der letzten Saison, die mit drei Heimniederlagen geendet hat, will es Wacker allen zeigen. Und es gibt einiges, das dafür spricht, dass der Meister 2013 wieder alle oder zumindest viele das Fürchten lehren wird.
 
Fokus auf nationale Bewerbe: Rubins Auswahl war in der abgelaufenen Spielzeit so schlecht, dass es nicht mal für die Qualifikation für irgendeinen Europacup-Bewerb gereicht hat. In Bezug auf das Abschneiden in dieser Saison ist das nur gut. Die Thuner taten sich im letzten Jahr auch deswegen so schwer, weil die zehn Partien in der Königsklasse enorm viel Kraft brauchten.
 
Nicolas Raemy: Im Handball vermag ein Einzelner nicht so viel zu bewegen wie in andern Teamsportarten. Doch der Linkshänder wird die Mannschaft in unüblichem Mass verstärken. Fabian Studer war respektive ist ein guter Athlet; doch im Grunde hat er nicht zur Philosophie gepasst. Raemy nun ist verhältnismässig klein, spielintelligent und dynamisch – quasi das rechte Pendant von Deschwandens also. Mit dem Luzerner ist das Ensemble nicht so leicht auszurechnen und bei Gegenstössen noch gefährlicher. Und: Allein die Tatsache, dass er da ist, setzt Isailovic ganz schön unter Druck. Es dürfte kein Zufall sein, hat der Serbe die beste Vorbereitung hingelegt, seit er für die Berner engagiert ist.
 
Konstellation: Seit Finalrundenende Anfang April bereitet sich Wacker quasi auf die Saison 2014/2015 vor. Es hat Taktik und System verfeinert und einen Akteur verpflichtet; an Konzept und Stamm hat sich nichts geändert. Spieler wie Lanz haben sich etabliert, Leute wie Linder sind gefestigt, und Routiniers wie Merz wollen es noch mal wissen. Unter dem Strich sind die Thuner stärker als im Meisterjahr – und sie sind höher einzustufen als Teams wie Bern, Luzern oder St. Gallen.

Adrian Horn


03.09.2014 10:11:25 | medienstelle@wackerthun.ch

 

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